Sie fordern eine faire Vergütung und weniger Bürokratie: Weil sie sich in ihrer Arbeit massiv behindert fühlen, nehmen die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Landkreis Esslingen am Mittwoch, 14. Juni, am bundesweiten Protesttag der Apotheken teil. Das bedeutet, dass an dem Tag alle Apotheken im Kreis geschlossen bleiben – ausgenommen diejenigen, die für den Notdienst eingeteilt sind.
Besorgniserregendes Apothekensterben
Christof Mühlschlegel, Inhaber mehrerer Apotheken in Esslingen und Vorsitzender der Region Esslingen und Göppingen des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, berichtet von einem besorgniserregenden Apothekensterben – auch hier vor Ort. So habe es im Jahr 1991 noch 127 Apotheken im Landkreis Esslingen gegeben, im vergangenen Jahr seien es nur noch 103 gewesen. Auch in der Stadt Esslingen sei Schwund zu verzeichnen: Von 28 Apotheken im Jahr 1991 seien im vergangenen Jahr noch 22 übrig gewesen, nach weiteren Schließungen gebe es dieses Jahr gar nur noch 17. Er hätte sich früher nie vorstellen können, dass es einmal so bergab gehen würde in seiner Branche. „Apotheken schließen, weil sie nicht mehr rentabel sind“, sagt Mühlschlegel. Der Protest am Mittwoch wende sich daher gegen existenzgefährdend niedrige Honorare und Fehlsteuerungen der Politik, gegen mangelnde Anerkennung und extreme Arbeitsverdichtung – und er zeige die Frustration über überbordende Bürokratie.
Nur Notdienst-Apotheken bleiben geöffnet
Laut Mühlschlegel sind am Mittwoch lediglich die notdienstleistenden Apotheken im Landkreis geöffnet. Unter anderem sind das die Obertor-Apotheke in Esslingen, die Rathaus Apotheke in Reichenbach, die Mörike-Apotheke in Nürtingen und die Mörike Apotheke in Filderstadt. Die Notdienste sind im Internet unter www.aponet.de abzufragen oder auch telefonisch über die Notdienstnummer 0800/0022833.