Prozess am Amtsgericht Stuttgart Großkreutz zurück in Stuttgart – als Prügelopfer

Von George Stavrakis 

Der bei den Fans immer noch beliebte ehemalige Profi des VfB Stuttgart, Kevin Großkreutz, kommt zurück in die Landeshauptstadt. Er muss als Zeuge vor dem Amtsgericht gegen zwei Burschen aussagen, die ihn im Stuttgarter Rotlichtviertel zusammengeschlagen haben sollen.

Kevin Großkreutz, gezeichnet nach der Prügelei Ende Februar dieses Jahres in der Stuttgarter Altstadt. Foto: dpa
Kevin Großkreutz, gezeichnet nach der Prügelei Ende Februar dieses Jahres in der Stuttgarter Altstadt. Foto: dpa

Stuttgart - In wenigen Tagen gibt es in der Landeshauptstadt ein Widersehen mit dem ehemaligen Fußballprofi des VfB Stuttgart, Kevin Großkreutz. Der Ex-Nationalspieler reist am Dienstag, 26. September, an – als Zeuge und Opfer einer Prügelei, die den 29-Jährigen seinen Job beim VfB gekostet hat.

Vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Stuttgart wird an diesem Tag der Prozess gegen zwei 17 und 18 Jahre alte Burschen geführt, die Großkreutz und einen anderen 17-Jährigen zusammengeschlagen und schwer verletzt haben sollen. Der Fußballer, inzwischen in Diensten des Zweitligisten SV Darmstadt 98, soll gegen 10.30 Uhr als erster Zeuge gehört werden. Bei dem Prozess geht es um die unselige Nacht zum 28. Februar dieses Jahres. Großkreutz war mit mehreren VfB-U-17-Jugendspielern und einem Freund der Nachwuchskicker nach einer Party in der Stuttgarter Altstadt unterwegs gewesen. Was dann geschah, ist nicht ganz klar. Großkreutz soll vorneweg mit seiner Gruppe in Richtung Wilhelmsplatz geschlendert sein. Dabei traf man auf eine andere Gruppe junger Männer, zu denen die zwei Angeklagten gehört haben sollen. Einer aus dieser Gruppe sei einem U-17-Spieler auf den Fuß getreten. Ob dies absichtlich geschah, ist unklar.

Mit VfB-Jugendspielern unterwegs

Es kam zum Streit, der sich allerdings nach kurzer Zeit gelegt haben soll. Trotzdem sei Großkreutz nach hinten gegangen – um seine Jungs zu schützen, wie es heißt. Irgendwie muss die Situation eskaliert sein. Dem 18-jährigen Angeklagten aus Esslingen wird vorgeworfen, er habe Großkreutz mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Großkreutz sei mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. Der damals 16 Jahre alte Angeklagte aus dem Kreis Göppingen habe dem Fußballprofi dann ins Gesicht getreten.

Der 17-Jährige aus der Großkreutz-Gruppe habe dem Fußballer helfen wollen. „Dabei ist auch er geschlagen und getreten worden“, sagt der Stuttgarter Rechtsanwalt Markus Okolisan, der den jungen Mann vor dem Amtsgericht in der Nebenklage vertritt. Großkreutz und das zweite Opfer mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

Angeklagte sind polizeibekannt

„Kevin Großkreutz und auch mein Mandant wurden mit Tritten gegen den Kopf malträtiert“, sagt Anwalt Okolisan. „Eine derart brutale Vorgehensweise sollte hart bestraft werden“, so der Stuttgarter Anwalt weiter.

Den beiden polizeibekannten Angeklagten wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Dem Vernehmen nach sollen sie die Tat bestreiten. Sie werden von den Verteidigern Christos Psaltiras und Olaf Panten vertreten. Dem Jüngeren wird neben dem Vorfall mit Kevin Großkreutz noch die Beteiligung an einer Versammlung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Die jungen Burschen sitzen seit dem 5. April in Untersuchungshaft.

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