Prozess gegen Wirt aus Uhingen 20 000 Euro Falschgeld in kleinen Scheinen

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Ein Wirt aus Uhingen soll Falschgeld in Umlauf gebracht haben. Dabei geriet er ausgerechnet an einen Polizeiinformanten. Jetzt wird dem Wirt der Prozess gemacht.

Nicht immer ist es einfach, falsches von echtem Geld zu unterscheiden. Foto: dpa
Nicht immer ist es einfach, falsches von echtem Geld zu unterscheiden. Foto: dpa

Göppingen/Uhingen - Als Schlag gegen professionelle Geldfälscher, die ihre Blüten in großem Stil und gewerbsmäßig unter die Leute gebracht hätten – so war der Fall bei der Aufdeckung im September von der Polizei gefeiert worden. Vor der Schöffenkammer des Göppinger Amtsgerichts sah es am Mittwoch ein wenig anders aus. Ob es sich bei den beiden Angeklagten wirklich um Profis handele, da war sich die Richterin schon nicht mehr sicher, nachdem der Staatsanwalt die Anklage verlesen hatte.

Der Kellner legt Blüten auf den Tresen

Seinen Ausgang hat der Fall im März 2015 in einer Uhinger Gaststätte genommen. Dort hatte offenbar ein Kellner seinem Chef zwei 100-Doller-Noten und zwei 50-Euro-Scheine auf den Tresen geblättert. Jeweils einer sei falsch, behauptete der 36-jährige Angestellte. „Ich habe die falschen Scheine nicht erkannt“, erzählte der 44-Jährige jetzt vor Gericht.

Tatsächlich sei die Fälschung so gut gewesen, dass der Laie kaum eine Chance gehabt habe, sie zu erkennen, hatte ein Polizeisprecher nach der Aufdeckung des Falles erklärt. Dennoch kamen die Ermittler den beiden Männern recht schnell auf die Spur. Denn wenige Wochen später kam ein Mann in die Gaststätte, der offenbar eine Kontaktperson der Polizei war.

Der Polizeiinformant ist interessiert

Bis dahin, so erklärte der angeklagte Wirt vor Gericht, sei das Falschgeld kein Thema mehr gewesen. Der neue Gast aber zeigte ein besonderes Interesse für Drogen, aber auch für Blüten. Um auch etwas zur Unterhaltung beitragen zu können, habe er gesagt, „dass ich so etwas auch schon mal gesehen habe“, sagte der Wirt. In den folgenden Wochen habe ihn der neue Gast immer wieder darauf angesprochen. „Irgendwann habe ich dann einen Schein zu Testzwecken besorgt.“ Am 31. Juli kam es laut der Anklage zur ersten Übergabe.

Ob der Informant vom Landeskriminalamt extra auf das Gasthaus angesetzt worden war, in dessen Zimmern nach den Erkenntnissen der Polizei auch Prostituierte ein- und ausgingen, blieb vor Gericht offen. Die geplante Vernehmung des Führungsbeamten musste verschoben werden. Der rumänische Dolmetscher des Kellners hatte nicht gewusst, dass die Verhandlung mittags fortgesetzt werden sollte. „Mein Sohn hat Geburtstag“, entschuldigte er sich.

Polizeiaktion vor dem Kaufland

Woher die Blüten kamen, ist unklar. Der Kellner, der das Geld offenbar beschafft hatte, äußerte sich vor Gericht bisher nicht. Allerdings kam es im Sommer zu weiteren Geldübergaben. Mal waren es 50, dann 120, schließlich mehr als 1000 Euro. Der Kunde habe aber immer mehr gewollt, sagte der Wirt. „Ich habe nicht gedacht, dass sich das so entwickelt.“ Laut der Anklage soll er wie sein Kellner fünf Prozent Provision kassiert haben. Als am 31. August beim Uhinger Kaufland 4000 Euro übergeben werden sollten, schlug die Polizei zu. In der Wohnung des 36-jährigen Kellners fand sie weitere 16 000 Euro in 20- und 50-Euro-Noten. Der Prozess wird fortgesetzt.




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