Pumptrack in Köngen Neuer Parcours lockt Biker und Skater aus der ganzen Region an

Der Köngener Pumptrack wird nach seiner offiziellen Einweihung von Jugendlichen getestet. Foto: Kerstin Dannath

In Köngen geht es jetzt gleich doppelt rund: Für gut eine halbe Million Euro hat die Gemeinde einen Pumptrack mit zwei Kursen gebaut, der in Süddeutschland seinesgleichen sucht. Was man über die Strecke wissen sollte.

Unzählige Menschen haben sich die Eröffnung des neuen Köngener Pumptracks nicht entgehen lassen. „Ich schätze, es waren über 1000 Besucher an den beiden Tagen da“, sagt Matthias Dold, der Leiter des Köngener Jugendhauses Trafo, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft das Sportangebot angesiedelt ist. Auf den letzten Drücker haben die Außenanlagen rund um die beiden asphaltierten Rundkurse und die neue Multifunktionsfläche in der vergangenen Woche ihren letzten Feinschliff erhalten. Nicht mehr gereicht hat es für den Bau des sogenannten Schuppens neben der Anlage, in dem künftig eine kleine Werkstatt sowie ausleihbare Räder und Scooter ihre neue Heimat finden sollen. Das soll aber bis in ein paar Wochen unter Dach und Fach sein.

 

Das Jugendhaus begleitet die Nutzer der Anlage

Bereits vor der offiziellen Eröffnung zog der Pumptrack viele Neugierige an, den einen oder anderen hatte Dold auch mit Fahrzeug bereits auf der Strecke gesichtet: „Aber was soll’s, das hätte ich als Jugendlicher vielleicht auch ausprobiert“, sagt der langjährige Jugendhauschef und grinst. Er ist sich deswegen aber umso sicherer, dass das neue Angebot Strahlkraft über Köngen hinaus entfalten wird.

Das Team des Jugendhauses will die Nutzer begleiten und hofft, dass sich schnell ein paar Leute herauskristallisieren, die mehr Verantwortung übernehmen wollen – und etwa einen Schlüssel für das Jugendhaus bekommen, damit dort die sanitären Einrichtungen genutzt werden können. „Der Pumptrack soll zu einem Selbstläufer werden“, erklärt Dold. Bilanz gezogen wird in einem Jahr – dann wollen sich die Gemeinde als Betreiberin und das Jugendhausteam zusammensetzen und ihre Schlüsse aus den ersten zwölf Monaten Pumptrackbetrieb ziehen.

Mehr als 300 000 Euro haben Stiftungen zugeschossen

Die Gesamtkosten der Anlage haben in den vergangenen Wochen nochmals einen Sprung nach oben gemacht – während vor den Sommerferien noch von rund 450 000 Euro die Rede war, sprach Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner in seinem Grußwort von derzeit 527 000 Euro, davon kommen 310 000 Euro aus Stiftungsmitteln, den Restbetrag zahlt die Kommune. Beteiligt sind die Gerhard-und-Christa-Maier-Stiftung, die Ehmann-Stiftung sowie die Köngener Bürgerstiftung. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, sich so eine Anlage zu leisten, schon gar nicht für eine Gemeinde wie Köngen“, sagte Gerhard Maier von der gleichnamigen Stiftung stellvertretend für alle drei Geldgeber – insofern habe man das Projekt, das auch unter Beteiligung der Köngener Jugend entstanden war, gerne unterstützt.

Neben zahlreichen Besuchern waren zur Eröffnung gleich drei professionelle BMX-Fahrer am Start, die die neue Anlage ausgiebig testeten und auch einige waghalsige Tricks wie Backflip (Rückwärtssalto), Tailwhip (Rückwärtsdrehung) und Barspin (Lenkerdrehung) auf Lager hatten. „Die Anlage ist richtig gelungen“, urteilte der Stuttgarter Fahrer Marvin Maiocchi. Die drei Fahrer waren sich einig, dass der Köngener Pumptrack zu den größten asphaltierten Anlagen dieser Art in ganz Süddeutschland gehört. „Besonders gut finde ich, dass es zwei Tracks, einen für Fortgeschrittene und einen für Anfänger, gibt“, so der Schweizer Profi Thomas Schumann. „Das ist ein Riesenvorteil, da kommt man sich überhaupt nicht ins Gehege.“

Auf der Anlage gilt eine Helmpflicht

Genutzt werden darf der Köngener Pumptrack an allen Tagen bis zum Einbruch der Dunkelheit, eine Beleuchtung gibt es nicht. Freigegeben ist die Anlage für Bikes, Skateboards, Longboards, Scooter oder Laufräder – und alles was sonst noch ohne Motor rollt, unabhängig von Alter und Können. Es besteht Helmpflicht und die Nutzer sind zu einem respektvollen Umgang angehalten.

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