Quartierskonzept „Heslach im Blick“ Das Interesse am eigenen Stadtteil ist groß

Die Ampelschaltung am Erwin-Schoettle-Platz hat die Arbeitsgruppe als problematisch eingestuft. Foto: Heike Armbruster
Die Ampelschaltung am Erwin-Schoettle-Platz hat die Arbeitsgruppe als problematisch eingestuft. Foto: Heike Armbruster

Seit 28 Monaten gibt es das Projekt „Heslach im Blick“, initiiert vom städtischen Sozialamt. Seitdem sind vier Arbeitsgruppen aktiv, die sich mit den Themen Stadtteilfeste, Barrierefreiheit, Nachbarschaftsprojekte und Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil Heslach beschäftigen.

Leben: Nina Ayerle (nay)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

S-Süd - Vor genau 28 Monaten hat das Sozialamt gemeinsam mit Einrichtungen und Bürgern aus dem Stadtteil das Projekt „Heslach im Blick“ ins Leben gerufen. Seitdem ist einiges passiert: Vier Arbeitsgruppen haben sich gebildet, die sich um Stadtteilfeste, Nachbarschafts- und Willkommenskultur, um Barrierefreiheit in Heslach sowie eine bessere Wohn- und Lebensqualität kümmern. Über allem steht das Ziel, ein besseres Miteinander im Stadtteil zu schaffen.

Alexander Gunsilius vom Sozialamt zieht nach mehr als zwei Jahren ein positives Fazit. „Wir haben feste Strukturen im Stadtteil etabliert und eine schöne Nachhaltigkeit hinbekommen“, sagt er. Damit meint er, dass es für alle Beteiligten mittlerweile ganz selbstverständlich ist, sich gemeinsam und langfristig für Heslach einzusetzen.

Ein neues internationales Straßenfest ist hinzugekommen

Auch die vier Arbeitsgruppen sind im Großen und Ganzen zufrieden. Die erste Gruppe, welche sich mit dem Thema Stadtteilfeste beschäftigt hat, ist eigentlich schon mit ihrer Arbeit fertig. „Wir wollten nichts großes Neues schaffen, sondern das, was es gibt, bekannter machen“, sagt Carola Hägele, Leiterin des Gebrüder Schmid Zentrums und verantwortlich für diese Arbeitsgruppe. Vor allem mit dem Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsverein „Der Süden“ kooperiere die Initiative, aber auch mit den Machern der Feste am Marienplatz und im Heusteigviertel, der Heslacher Hocketse oder dem Afrika-Festival. Neben einem jährlichen Programmflyer hat die Gruppe ein Straßenfest initiiert. Bereits zum zweiten Mal fand die internationale Feier vor dem Generationenhaus Heslach statt und ist laut Hägele „ein wahnsinniger Erfolg“.

Um Nachbarschaftsprojekte kümmert sich die zweite Arbeitsgruppe. Für die Teilnehmer war der Einstieg in die Thematik eher ein „zähes Unterfangen“, wie Tina Syring vom Generationenhaus Heslach erklärt. Vor allem die Umsetzung von Ideen in konkrete Taten gestalte sich schwierig.

Geplant sei nun eine Begrüßungsveranstaltung für neue Bürger. Dafür sei die Gruppe mit dem Welcome Center im Gespräch, um deren Ansätze für Heslach zu übernehmen, sagt Syring.

Bei der Barrierefreiheit ist noch Luft nach oben

Aktiv im Stadtteil unterwegs war vor allem die Arbeitsgruppe drei, welche sich mit der Barrierefreiheit und Mobilität in Heslach beschäftigt hat. Dabei haben die Teilnehmer viele Hindernisse für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte entdeckt. So ist zum Beispiel die Taubenstaffel zu steil, die Bordsteinkanten sind häufig zu hoch. Am Erwin-Schoettle-Platz sind die Ampelphasen nicht aufeinander abgestimmt. Das Fazit dieser Gruppe: Es gibt noch immer eine Vielzahl von Stellen im Stadtteil, die Verbesserung nötig haben. Priorität hat aber zunächst die Umgestaltung des Südheimer Platzes sowie die Verkehrssituation am Erwin-Schoettle-Platz.

Mit einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität beschäftigt sich die vierte Arbeitsgruppe. Ein großer Themenschwerpunkt sind Menschen und Gruppen, die ihr künftiges Leben in Wohn- und Lebensgemeinschaften verbringen möchten. Die Arbeitsgruppe hat bereits zu zwei Veranstaltungen mit verschiedenen Referenten ins Generationenhaus eingeladen, weitere Termine sind geplant.

Für Alexander Gunsilius ist neben den vielen Einzelprojekten vor allem eines wichtig: „Die Leute interessieren sich nun für ihren Stadtteil und engagieren sich.“ Auch die Vernetzung mit dem Generationenhaus Heslach und dem Bezirksbeirat sei hervorragend. Sowohl der ehemalige Bezirksvorsteher Rupert Kellermann als auch der amtierende Raiko Grieb seien stets eine große Hilfe, lobt Gunsilius.

Besser leben in Heslach

Projekt
Heslach im Blick ist im Jahr 2012 unter der Federführung des Sozialamtes und der Jugendhilfe gestartet. Ziel des Quartierkonzepts war und ist es, die Nachbarschaft zu stärken und die Menschen im Stadtteil zusammenzubringen. Alle Informationen finden sich auf dem Blog des Generationenhauses Heslach unter http://gebrueder-schmid-zentrum.de/blog/unser-quartiers-projekt-heslach-im-blick.

Termin
Am Donnerstag, 5. Februar, findet um 18 Uhr das dritte Forum für mehr Wohn- und Lebensqualität im Generationenhaus Heslach, Gebrüder-Schmid-Weg 13, statt. Verschiedene Referenten regen zum Gedankenaustausch an wie Brigitte Reise und Tim Strebe von der Social­bar, Clemens Youngblood vom Verein Helfende Hände, Uta Sander vom Wohlfahrtswerk und Anja Schwarz vom DRK Stuttgart.




Unsere Empfehlung für Sie