Das Landratsamt des Enzkreises hat ein Disziplinarverfahren gegen den Mönsheimer Bürgermeister Michael Maurer (parteilos) eingeleitet. Wie sowohl das Landratsamt als auch der Bürgermeister bestätigen, sind beim Enzkreis mehrere Beschwerdepunkte eingereicht worden. Von wem diese kommen, ist offiziell nicht bekannt.
„Ich bin im Januar im Rahmen eines Termins mit dem Landratsamt darüber informiert worden, dass ein Disziplinarverfahren gegen mich eingeleitet wurde“, berichtet der 27-jährige Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung. Auch wenn Gerüchte bereits im Umlauf gewesen seien, trafen ihn die Vorwürfe doch unerwartet. „Natürlich ist das etwas, auf das ich durchaus hätte verzichten können“, formuliert er es. „Aber es ist nicht so, dass ich jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlage und nicht weiter weiß.“ Die Vorwürfe jedenfalls will er sämtlich widerlegen. Inzwischen habe er sich dazu rechtliche Beratung geholt. „Wir werden jetzt alles tun, um Licht ins Dunkel zu bringen.“
Bürgermeister holt sich rechtliche Beratung
Inhaltlich könne er zu den Vorwürfen wegen des laufenden Verfahrens zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen. „Was ich sagen kann, ist, dass ich meinen Amtseid nie verletzt habe und immer zum Wohle der Bürger gehandelt habe“, so Maurer. Er vertraue nun auf den Rechtsstaat, dass eine ordentliche Prüfung des Landratsamts das ebenfalls ergebe. Seine Arbeit als Bürgermeister von Mönsheim mache ihm weiter Spaß, „und ich denke, dass wir schon viele Dinge auf den Weg gebracht haben“. Wie lange das Verfahren dauert, dazu konnten die Beteiligten noch keine Aussage treffen.
Seit der Bürgermeisterwahl 2022 kommt die 3000-Seelen-Gemeinde nicht zur Ruhe. Bereits kurz nach der Wahl hatte der Gemeinderat Hans Kuhnle (Unabhängige Bürgerliste Mönsheim) eine Wiederholung der Wahl angestrebt und öffentlich die falsche Berufsbezeichnung Michael Maurers bei dessen Wahl moniert. Seither war es immer wieder zu kleineren Vorfällen im Gemeinderat gekommen, fraktionsübergreifend, wenn Mitglieder über mangelnde Vorbereitung oder fehlende Kommunikation klagten.
Gemeinderäte äußern sich bisher nicht zum Vorgang
Aufsehen erregte die Entscheidung des Gemeinderats im Herbst, für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden vom Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Heckengäu nicht, wie sonst üblich, den Bürgermeister zu bestimmen, sondern das Gemeinderatsmitglied Stephan Damm von der Freien Wählergemeinschaft. Seither ist es in den Sitzungen eher ruhig geworden. Ob der Gemeinderat etwas mit dem Beschwerdekatalog zu tun hat, ist nicht bekannt. Die Räte möchten sich erst nach interner Absprache zu dem Thema äußern.