Radlerfalle in Stuttgart Was haben Hinweisgeber zu befürchten?

Von Benjamin Bauer 

Nach wie vor bittet die Polizei um Hinweise zu der Radlerfalle in Stuttgart-West. Wer selbst illegal Downhill-Strecken befährt und Hinweise geben kann, sollte sich trotzdem melden.

Wer hat im Stuttgarter Kräherwald ein Seil gespannt, um Mountainbiker zu verletzen? Die Polizei bittet um Hinweise. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Wer hat im Stuttgarter Kräherwald ein Seil gespannt, um Mountainbiker zu verletzen? Die Polizei bittet um Hinweise. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Nachdem in Stuttgart-West ein Mountainbiker von einer Seilfalle im Kräherwald schwer verletzt worden ist, bittet die Polizei weiterhin um Hinweise, die zu dem Verursacher führen könnten.

Bisher habe es nur eine Handvoll Hinweise gegeben, die in der Sache aber nicht weiterhalfen, sagte ein Sprecher der Stuttgarter Polizei am Donnerstag. Womöglich melden sich deshalb so wenige, weil sie selbst zu den Radfahrern gehören, die illegalerweise im Wald unterwegs sind und weil sie deshalb Repressalien fürchten. Doch die Stuttgarter Polizei ermutigt trotzdem dazu. Denn gerade in solchen Fällen gebe es einen Ermessensspielraum. Wer Hinweise geben könne, solle sich auf jeden Fall bei den Beamten melden – zur Not auch anonym. Das illegale Befahren von Waldstrecken sei zwar eine Ordnungswidrigkeit, das Spannen eines Seils, an dem sich Radfahrer verletzen können, stelle dagegen einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr dar.

Hohes Bußgeld für das Biken durch den Wald

Wer in Baden-Württemberg mit seinem Mountainbike auf Waldwegen unterwegs ist, die schmaler sind als zwei Meter und so möglicherweise Fußgänger gefährdet, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Wer quer durch den Wald rast und dadurch den Waldbestand beschädigt, wird mit 100,60 Euro zur Kasse gebeten.

Wer sich als Mountainbiker auf den verbotenen Wegen befindet, aber helfen könne, eine Straftat aufzuklären, müsse nicht mit einer Strafe rechnen. Grundsätzlich hänge dies aber sehr stark vom Einzelfall ab, erklärt Hagen Dilling, stellvertretender Leiter des Amts für Garten, Friedhof und Forst.

Deswegen und wegen gefährlicher Körperverletzung ermitteln die Beamten derzeit noch gegen den oder die Unbekannten, die im Kräherwald das Seil gespannt hatten, von dem Anfang September ein 26-Jähriger beinahe geköpft worden wäre. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0711/8990-5778 entgegen.

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