Freibad Oberstenfeld Das sind die besten Freibäder Deutschlands

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Ein Verbraucherportal hat ein Ranking der beliebtesten Freibäder in ganz Deutschland ermittelt. Der Gewinner liegt in Baden-Württemberg. Das Stuttgarter Leuze schneidet eher schwach ab.

Unter anderem zeichnet sich das Freibad in Oberstenfeld durch  vier Rutschen aus. Foto: Werner Kuhnle 14 Bilder
Unter anderem zeichnet sich das Freibad in Oberstenfeld durch vier Rutschen aus. Foto: Werner Kuhnle

Oberstenfeld - Wer nach Süden schwimmt, blickt auf die Burg Lichtenberg. Nach 50 Metern kommt die Wende, und schon nimmt der Schwimmgast Kurs auf die Burg Hohenbeilstein im Norden. Dass das Mineralfreibad in Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) das am schönsten gelegene Schwimmbad zwischen Heilbronn und Stuttgart ist, hat der Bürgermeister der 8000-Einwohner-Gemeinde, Markus Kleemann (CDU), schon lange gewusst. Dass es aber mit Fug und Recht als das beliebteste Freibad Deutschlands bezeichnet werden kann, hat jetzt das Verbraucherportal „testberichte.de“ herausgefunden. Es wertete dazu 60 000 Google-Kundenbewertungen zu 360 Freibädern in ganz Deutschland aus. Dabei erhielt das Mineralfreibad im Oberen Bottwartal die besten Noten. Im Schnitt vergaben die Nutzer hier 4,7 von fünf möglichen Sternen.

Sauberkeit, Familienfreundlichkeit, eine gute Ausstattung und schattige Plätzchen auf der Liegewiese – das seien die Punkte, die den Schwimmbadbesuchern überall besonders am Herzen lägen, sagt der Sprecher des Portals, Niels Genzsmer. Das spiegelt sich auch in den Oberstenfelder Beurteilungen wider. Auf der Liegewiese sprieße saftiges Grün, die Rutschen – vier an der Zahl und bis zu 100 Meter lang – böten Spaß ohne Ende, und die Pommes, die es am Kiosk gebe, seien lecker. „Da ist es sogar zu verkraften, dass es nur Dinkelacker-Bier gibt“, schreibt einer.

Die Bäder im Land gehören zu den besten

Auf den Plätzen hinter Oberstenfeld rangieren das Schlossbad Heroldsberg bei Nürnberg und das Albert-Schwarz-Bad in Heidenau bei Dresden. Ansonsten schaffte es aus Baden-Württemberg nur noch das Waldfreibad in Eningen unter Achalm (Kreis Reutlingen) unter die ersten Zehn. Dabei wurden allerdings aus organisatorischen Gründen nur Bäder berücksichtigt, die im Einzugsbereich größerer Städte liegen. Zudem mussten jeweils mindestens 50 Google-Beurteilungen vorliegen. Im Fall von Oberstenfeld flossen 224 in die Auswertung hinein.

Insgesamt scheinen die Freibäder im Land in einem guten Zustand zu sein. Im Ländervergleich liegen die baden-württembergischen Freiluft-Badeanstalten mit einer Durchschnittsnote von 4,32 auf Platz drei hinter Thüringen (4,37) und Bayern (4,33). Dabei ist hier die Dichte an Freibädern besonders hoch. Aus Baden-Württemberg finden sich 72 Bäder in der Statistik, fast so viele wie aus Nordrhein-Westfalen (94). Aus Bayern wurden hingegen nur 34, aus Thüringen sogar nur sieben erfasst.

Letzter Platz für das Freiburger Lorettobad

Den letzten Platz im Land belegt das Lorettobad in Freiburg. Das wahrscheinlich älteste, noch existierende Freibad in Deutschland, das für seinen eigenständigen Damenbereich weit über Freiburgs Stadtgrenze hinaus bekannt ist, hat seine schwache Beurteilung von 3,9 Sternen allerdings nicht etwa einer maroden Einrichtung zu verdanken. Bemängelt wird von den Besuchern vielmehr, dass es im Lorettobad einfach zu voll ist.

Davon können sie in Berlin nur träumen. Die dortigen 14 Freibäder kommen lediglich auf eine Durchschnittsbeurteilung von 3,87 und landen damit noch hinter Hamburg und Bremen. Schlusslicht ist das Sommerbad in Neukölln mit 3,4 Sternen. Aber es seien von Berlin ja nur sieben Stunden mit Zug und Bus nach Oberstenfeld, tröstet der Berliner „Tagesspiegel“.

Es kämen tatsächlich viele Gäste von weiter her, sagt der Bürgermeister Kleemann. „Wir müssen immer 45 Minuten fahren, aber alles ist top“, schreibt eine Besucherin. Damit dies so bleibt, wird weiter investiert. Nach dem Ende der Badesaison im September werde mit der Modernisierung der Umkleideräume und Sanitäranlagen begonnen, sagt Kleemann.

Schwache Noten fürs Leuze

Aus der Region Stuttgart schaffen es neben Oberstenfeld das Mineralfreibad Bönnigheim, das Freibad Böblingen (beide 4,5 Sterne), das Leobad in Leonberg sowie die Bäder in Ludwigsburg-Hoheneck und Denkendorf (alle 4,4) unter die ersten 100 in Deutschland.

Das Fildorado, das Badezentrum Sindelfingen, die Stuttgarter Bäder im Rosental und am Killesberg sowie das Freibad Waiblingen erhielten 4,3 Sterne. Es folgen die Bäder in Möhringen, Berkheim und Sillenbuch mit 4,2.

Schwach schneidet das Leuze in Stuttgart ab (4,1 Sterne). Noch weiter abgeschlagen liegen das Inselbad Untertürkheim und das Neckarfreibad (4,0). Sie rangieren bundesweit auf den Plätzen 294 und 306.