Rassistisches Gegröle in Promibar auf Sylt Reich und rechts
Auf Sylt beweist auch die Aperol-Elite ihre rassistische Sangeskraft. Überraschend daran ist eigentlich nur die primitive Ausdrucksform, kommentiert unser Autor Eberhard Wein.
Auf Sylt beweist auch die Aperol-Elite ihre rassistische Sangeskraft. Überraschend daran ist eigentlich nur die primitive Ausdrucksform, kommentiert unser Autor Eberhard Wein.
Jetzt ist der rechtsextreme Partykracher also aus den Niederungen bayerischer Faschingsveranstaltungen und sächsischer Discobunker zu den Reichen und Schönen auf die Ferieninsel Sylt geschwappt. Und siehe da, die Aperol-Elite gibt sich im Suff überraschend textsicher. „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“, grölen sie zur Musik des Disco-Klassikers von Gigi D’Agostino, in dem es doch eigentlich um die Liebe geht.
Im Internet ist die Aufregung über diese „Wohlstandsverwahrlosung“ groß. Man mag sich die Frage stellen, ob dies wegen eines einzigen, nur wenige Sekunden langen widerlichen Filmdokuments angemessen ist. Andererseits zeigt es, wie unsere Gesellschaft an den Rändern zerfleddert – und zu diesen Rändern gehören auch Teile der „oberen Zehntausend“, wie es früher hieß.
Nicht umsonst inszeniert sich der AfD-Skandal-Kandidat Maximilian Krah mit den Insignien dieser Klasse: Whisky-Glas, Zigarre, Sportwagen. Mit den „Ausländern“ haben einige dieser Leute allenfalls zu tun, wenn man sie in der Villa als Putzkraft anstellt. Aus dem multikulturellen Alltag hat sich auch manch Reicher längst verabschiedet. Er wird bestenfalls zurückgelehnt aus der Zuschauerperspektive betrachtet. Auch auf Sylt ist man übrigens unter sich, nicht nur was den Geldbeutel angeht. Laut der offiziellen Gästestatistik kommen 97 Prozent aus dem Inland. Das dürfte sich im Anbetracht eines solchen Videos kaum ändern.