Die Nachricht klingt wie ein Echo aus fast vergessenen Zeiten. Obwohl viele vielleicht nicht mehr auswendig wissen, wie das Kürzel IS ausbuchstabiert wird, sind die damit verbundenen Sicherheitsrisiken nach wie vor hoch. Neben „Reichsbürgern“ und militanten Querdenkern treiben auch knapp 30 000 Islamisten in Deutschland ihr Unwesen. Aus ihren Kreisen wird der Terror im Nahen Osten und anderswo finanziell unterstützt. Und nicht nur das: Weit mehr als 1000 Terrortouristen sind aus Deutschland ausgereist, um sich diesem Missionswerk der Gewalt anzudienen.
Das Netzwerk der Unterstützer mitten in Europa verweist auf Integrationsdefizite, die – ebenso wie im Falle der hohen Zahl an Erdogan-Fans unter in Deutschland lebenden Türken – nicht zwangsläufig immer dem Gastland anzulasten sind. Wer von Religionsfreiheit und anderen Privilegien profitiert, handelt ziemlich niederträchtig, wenn er die Ordnung beseitigen möchte, die ihm solche Vorteile garantiert. Ein wehrhafter Rechtsstaat kann es sich nicht leisten, solche Umtriebe aus dem Blick zu verlieren, nur weil das Projekt eines „Islamischen Staats“ sich als Rohrkrepierer erwiesen hat.