Razzia im Kreis Ludwigsburg Polizei gelingt Schlag gegen Jugendbande

Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion hat die Polizei im Kreis Ludwigsburg  mehrere Jugendliche festgenommen (Symbolbild). Foto: dpa/Bodo Marks
Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion hat die Polizei im Kreis Ludwigsburg mehrere Jugendliche festgenommen (Symbolbild). Foto: dpa/Bodo Marks

120 Polizisten haben am Donnerstagmorgen mehrere Wohnungen in Ludwigsburg und der Umgebung durchsucht. Fünf Mitglieder einer Jugendbande sitzen nun in Untersuchungshaft.

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Ludwigsburg - Einhundertzwanzig Polizisten haben am Donnerstagmorgen bei einer groß angelegten Razzia im Kreis Ludwigsburg 15 Jugendliche festgenommen und zahlreiche Waffen sowie weiteres Beweismaterial beschlagnahmt. Wie die Polizei berichtet, hatten sich im Zuge mehrerer Ermittlungsverfahren in den vergangenen Wochen die Hinweise darauf verdichtet, dass sich etwa 20 Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen zur Gruppierung „716_Ludwigsburg“ zusammengeschlossen hatten.

Seit Februar waren Mitglieder dieser Gruppierung in der Ludwigsburger Innenstadt und in weiteren Kommunen im Landkreis durch Gewaltdelikte gegenüber Gleichaltrigen aufgefallen, bei denen auch Messer und Schlagwaffen zum Einsatz kamen.

Polizeipräsident: „Wir sehen nicht tatenlos zu“

Besonderes Aufsehen erregte ein Vorfall in der Ludwigsburger Innenstadt Mitte April. Bei der körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen, die sich offenbar zu dieser Schlägerei verabredet hatten, wurde einem der Beteiligten mit einem Messer in den Rücken gestochen. Der junge Mann rettete sich schwerverletzt in einen Dönerimbiss und kam später in ein Krankenhaus.

Die Polizei reagierte auf diesen und weitere, teils brutale Auseinandersetzungen und richtete im Mai die Ermittlungsgruppe „Central“ mit zwölf Beamten ein. „Wir sehen nicht tatenlos zu, wie eine solche Gruppierung innerstädtische Bereiche zu Angsträumen macht und andere Jugendliche einschüchtert, bedroht, verletzt und beraubt,“ sagt Polizeipräsident Burkhard Metzger. „Dagegen werden wir mit aller Konsequenz entschieden vorgehen.“ Mit Erfolg, wie sich nun zeigte.

15 Jugendliche werden verhaftet

Mittlerweile führt die Ermittlungsgruppe vornehmlich wegen des Verdachts auf Körperverletzungs- und Raubdelikte über 50 Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder der Gruppe. Am Donnerstag schlug die Polizei dann zu und durchsuchte insgesamt 13 Wohnungen in Ludwigsburg, Markgröningen, Bietigheim-Bissingen und Remseck am Neckar. Die Beamtinnen und Beamten stellten dabei unter anderem Messer, Baseballschläger, Teleskopschlagstöcke, Quarzsandhandschuhe und Tierabwehrspray sowie Mobiltelefone und verschiedene andere Beweismittel sicher.

Lesen Sie hier: Warum registriert die Polizei wieder mehr Messerstechereien?

Während zehn der Tatverdächtigen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß kamen, wurden fünf weitere Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren Haftrichterinnen beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Sie setzten die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragten Haftbefehle wegen des Verdachts des schweren Raubes und der gefährlichen Körperverletzung in Vollzug und wiesen die Tatverdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt ein.




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