Rechberghausen Das alte Schulhaus platzt aus allen Nähten

Von Klaus Nonnenmacher 

Weil die Schülerzahlen steigen, muss die Grundschule in Rechberghausen erweitert werden. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht erteilt.

Die Fluchttreppe soll dem Anbau der Grundschule weichen.Foto: Klaus Nonnenmacher Foto:  
Die Fluchttreppe soll dem Anbau der Grundschule weichen. Foto: Klaus Nonnenmacher

Rechberghausen - Mehr als 220 Schüler besuchen die Georg-Thierer-Grundschule in Rechberghausen. Zwei von vier Klassenstufen sind dreizügig, und auch in den beiden zweiten Klassen tummeln sich zurzeit je 30 Kinder. Der Schülersegen hat Folgen. Im laufenden Schuljahr hat das dazu geführt, dass neben dem Werkraum, der bereits seit zwei Jahren als Klassenzimmer genutzt wird, auch der EDV-Raum und zeitweise der Musiksaal als Klassenzimmer genutzt werden mussten. Die Eltern hatten diese Zustände bereits bemängelt.

Hinzu kommt eine stetig wachsende Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeiten im Zuge der Verlässlichen Grundschule. „Dort sind die Betreuungszahlen in den letzten Jahren massiv angestiegen“, erläutert die Bürgermeisterin Claudia Dörner. Je nach Wochentag nutzen zwischen knapp 60 und knapp 100 Kinder das Angebot. „Diese hohen Betreuungszahlen führen dazu, dass die Raumkapazitäten in der Verlässlichen Grundschule ausgeschöpft sind. Auch hier muss dringend ein weiterer Betreuungsraum geschaffen werden“, betont Dörner.

Rund zwei Millionen Euro soll der Anbau kosten

Jetzt hat der Gemeinderat beschlossen, an das im Jahr 1906 erbaute und inzwischen zu einem Ensemble schon mehrfach erweiterte Gebäude ein weiteres Mal anzubauen. Rund zwei Millionen Euro soll der zweigeschossige Anbau kosten. Drei Klassenzimmer, ein Besprechungsraum, ein Mehrzweckraum mit Umkleiden und Sanitärräume sollen darin unterkommen. Der bereits bestehende Mehrzweckraum könnte dann verstärkt für die Betreuung der Kinder genutzt werden.

Angebaut werden soll auf der nordöstlichen Seite der Schule in Richtung Haug-Erkinger-Festsaal auf einem gemeindeeigenen Grundstück. „Den Schulhof wollten wir selbstverständlich nicht antasten“, bekräftigt die Bürgermeisterin. Demnach wird der bestehende neuere Trakt unterhalb des Altbaus verlängert. Dafür soll die dortige Fluchttreppe weichen.

Obwohl der Architekt gewechselt wurde, soll der Entwurf im Januar stehen

Viel Zeit für die Planungen bleibt allerdings nicht, nicht zuletzt weil der Gemeinderat im Spätherbst noch beschlossen hatte, das Architekturbüro zu wechseln. Im Januar soll der Entwurf dennoch soweit stehen und es sollen erste Kostenberechnungen vorliegen. Diese sind notwendig, um Anträge auf Zuschüsse und Fördergeld zu stellen, unter anderem aus dem Ausgleichsstock für finanzschwache Kommunen und aus der Schulbauförderung.

Derweil hat die Kommune Rechberghausen bereits an anderer Stelle Unterstützung erhalten. Im Zuge des Digitalpakts hat die Gemeinde für die Ausstattung der Grundschule ebenfalls Geld beantragt. Jedes Klassenzimmer soll mit Objektkamera, Leinwand und Beamer ausgerüstet werden. „Die Geräte sind bereits geliefert und werden demnächst installiert“, sagt Dörner. Damit will sich die Grundschule für die Zukunft rüsten. Von einer Vollausstattung mit Tablets könne jedoch keine Rede sein.




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