Rechter Verteidiger wird gekauft Erik Durm auf dem Sprung zum VfB

Vermutlich bald ein Stuttgarter: Erik Durm steht vor einem Wechsel von Borussia Dortmund zum VfB. Foto: Getty
Vermutlich bald ein Stuttgarter: Erik Durm steht vor einem Wechsel von Borussia Dortmund zum VfB. Foto: Getty

Der Weltmeister von Borussia Dortmund soll den Aufsteiger auf der Position rechts hinten verstärken und wird fünf Millionen Euro kosten. Unterschrieben ist der Vertrag noch nicht, aber die grundsätzliche Einigung steht.

Stuttgart - Über das erste Aufeinandertreffen von Hannes Wolf mit Michael Reschke ist nicht viel bekannt. Vermutlich hat der Trainer des VfB Stuttgart dem neuen Sportvorstand des VfB Stuttgart aber genau das gesagt, was er auch am Donnerstag sagte: „Ich finde schon, dass wir noch Bedarf haben.“ Und Michael Reschke wird das ganz genauso gesehen haben. Der 59-jährige Sportchef will den Kader des Aufsteigers bis zum 31. August noch deutlich verstärken – und ist seit Donnerstag einen Schritt weitergekommen.

Noch ist der Vertrag zwar nicht unterschrieben, die grundsätzliche Einigung für das Geschäft aber steht: Erik Durm wird von Borussia Dortmund zum VfB wechseln, geplant ist ein Kaufgeschäft, keine Ausleihe. An diesem Freitag könnte der Medizincheck über die Bühne gehen, für den Bundesligastart am Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC ist Durm aber noch kein Thema, da noch offen ist, wann der Transfer endgültig perfekt gemacht wird. Der Vertrag des 25-Jährigen in Dortmund läuft noch bis Juni 2019, bis zu fünf Millionen Euro wird der VfB also investieren müssen.

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Gut angelegtes Geld, werden einige sagen. Erik Durm, früher Mittelstürmer, von Jürgen Klopp beim BVB dann zum Außenverteidiger umgeschult, gilt als äußerst flexibler Spieler. „Ob rechts hinten, rechts vorne, links hinten oder links vorne – das ist egal“, sagt der Profi über seine liebsten Einsatzgebiete. Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel lobte einst Durms „herausragende athletische Voraussetzungen“. Zudem hat er Erfahrung in der Bundesliga (64 Spiele) und in der Champions League (15 Spiele) gesammelt. Und er gehörte – wie der VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler – zum Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, als diese 2014 in Rio den Titel gewann. Wie Zieler spielte Durm in Brasilien allerdings keine Minute. Sieben Länderspiele hat er davor und danach jedoch bestritten. Ein weiteres Plus: VfB-Coach Wolf, einst Juniorencoach beim BVB, kennt Durm und seine Fähigkeiten bestens, da er unter Jürgen Klopp und Thomas Tuchel auch immer wieder ins Profitraining eingebunden war.

Durm erleidet zwei Knieverletzungen

Andere werden auf die Jahre nach 2014 verweisen, als sich Durm zwar immer wieder ins BVB-Team kämpfte, er aber auch mit einigen Verletzungen zu tun hatte. Gleich zweimal fehlte er länger nach Knie-Operationen, jeweils in der Vorrunde der Spielzeiten 2015/16 und 2016/17. In der vergangenen Saison bestritt der Außenverteidiger nach der Genesung immerhin 17 von 26 möglichen Pflichtspielen. Unter anderem stand er im Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt auf dem Feld.

Einmal Weltmeister, einmal Pokalsieger, zweimal Gewinner des Supercups – so liest sich demnach Durms Titelliste. Begonnen hat er seine Karriere als Mittelstürmer, kickte bei der SG Rieschweiler, beim 1. FC Saarbrücken und bei Mainz 05. Von dort ging es zum BVB II, dann wurde Jürgen Klopp auf den 1,83 Meter großen Offensivmann aufmerksam. Durm erinnerte sich einmal: „Kloppo hat gesagt: Für ganz oben wird es als Stürmer nicht reichen. Aber als Außenverteidiger hätte ich eine Perspektive.“

Lehrstunden bei Schmelzer und Piszczek

Also wurde er umfunktioniert, musste „das Verteidigen fast völlig neu lernen“, machte aber schnell Fortschritte. Geholfen hat ihm dabei auch der Anschauungsunterricht – der BVB verfügt in Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek über zwei Außenverteidiger, die seit Jahren in der Bundesliga zu den Besten ihrer Zunft gehören. „Von ihnen habe ich mir viel abgeschaut“, sagte Durm einst. Das will nun der VfB zu seinen Gunsten nutzen.

Zwei Schlüsselpositionen will der Aufsteiger mit gestandenen Spielern noch besetzen. Die rechte Abwehrseite ist eine davon. Die defensive Mittelfeldzentrale die andere.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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