Region Stuttgart Glasfaserausbau kommt voran
Gibt es keine Komplikationen, kann bereits Ende 2024 – und damit ein Jahr früher als geplant – die Hälfte der Haushalte in der Region die schnelle Verbindung nutzen. Ein Kreis liegt besonders weit vorne.
Gibt es keine Komplikationen, kann bereits Ende 2024 – und damit ein Jahr früher als geplant – die Hälfte der Haushalte in der Region die schnelle Verbindung nutzen. Ein Kreis liegt besonders weit vorne.
„Stuttgart ist und bleibt die Region mit dem höchsten Ausbautempo des Glasfasernetzes in ganz Deutschland“: Nicht ohne einen gewissen Stolz hat Hans-Jürgen Bahde, der Geschäftsführer der Gigabit Region Stuttgart, im Wirtschaftsausschuss der Regionalversammlung eine Bilanz seiner bisherigen Arbeit gezogen. Hatten Mitte 2019, kurz nach der Gründung der Gigabit Region, gerade einmal 3,9 Prozent aller Haushalte in der Metropolregion Stuttgart die Möglichkeit, sich ans Glasfasernetz anzuschließen, hatten zum Jahresende 2022 bereits knapp 358 000 Haushalte – das sind 24,8 Prozent – den Anschluss direkt vor ihrem Haus liegen.
Diese Entwicklung soll sich, auch weil neue Glasfaseranbieter auf den Markt drängen, weiter beschleunigen. Werden alle der Gigabit Region gemeldeten Ausbaupläne umgesetzt, dann wächst das Glasfasernetz in den kommenden zwei Jahren um 391 000 Anschlüsse. Das eigentlich erst für Ende 2025 angepeilte Ziel, die Hälfte aller Haushalte in der Region mit Glasfaser zu versorgen, könnte dann bereits ein Jahr früher erreicht werden.
Hauptausbaupartner der Region Stuttgart ist nach wie vor die Deutsche Telekom, mit der die Gigabit Region 2019 den bundesweit immer noch einmaligen Kooperationsvertrag unterzeichnet hat, der den zügigen Ausbau erst ermöglicht hat. Wenn man die von der Telekom in Eigenregie verlegten und in Kooperation mit den Stadtwerken Filderstadt, Weinstadt, Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg-Kornwestheim zusammen verantworteten Anschlüsse zusammenzählt, dann war die Telekom 2022 für rund 93 Prozent der neu geschaffenen Anschlüsse verantwortlich.
Mittlerweile ist mit der Deutschen Glasfaser ein weiteres Unternehmen vor allem in der Region Böblingen aktiv. Das Unternehmen hatte aber mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Der von der Deutschen Glasfaser beauftragte Generalunternehmer musste sich zuletzt mehr mit der Behebung von Qualitätsmängeln als mit der Neuverlegung von Glasfasern beschäftigen. Nun soll, so ist zu hören, ein Neustart mit einem anderen Vertragspartner neuen Schwung in die Ausbaupläne der Deutschen Glasfaser bringen.
Auch an anderer Stelle verbucht die Gigabit-Region einen Erfolg. Waren lange „nur“ 174 der 179 Kommunen der Region Mitglied, so ist deren Zahl nun auf 177 angestiegen. Nachdem noch im Jahr 2022 die Stadtwerke Sindelfingen und Nürtingen eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Telekom unterzeichnet hatten, hat nun auch Böblingen entschieden, dem Zweckverband Breitbandausbau des Landkreises beizutreten und den Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom zu unterzeichnen. Nun sind es lediglich noch Schorndorf und Göppingen, die in Eigenregie den Glasfaserausbau vorantreiben.
Ob die Bürger das Angebot dann tatsächlich nutzen, darauf hat die Gigabit Region keinen Einfluss. Allerdings steigt seit einiger Zeit das Interesse der Menschen an einem ultraschnellen Anschluss stetig: Tatsächlich genutzt wird das Angebot bisher von 225 000 Haushalten. Für alle anderen, so betont die Gigabit Region, sind die Voraussetzungen geschaffen, damit Kunden, die sich erst später für einen Glasfaseranschluss entscheiden, schnell und ohne zu hohe Kosten bedient werden können.
Beim Stand des Ausbaus gibt es in der Region allerdings erhebliche Unterschiede. Im Kreis Ludwigsburg sind bereits 32,7 Prozent aller Haushalte angeschlossen, rund um Böblingen gilt das für 32,0 Prozent. Auf dem letzten Platz landet der Kreis Esslingen mit 19,6 Prozent; Platz fünf belegt der Rems-Murr-Kreis (20,5 Prozent), davor rangiert Göppingen (21,5 Prozent). Die Landeshauptstadt Stuttgart selbst kommt momentan auf eine Anschlussquote von 22,9 Prozent.