Regionalentscheid bei Roboterolympiade In Böblingen sind die Roboter los
Im AI Express in Böblingen kämpfen 48 Teams um Tickets für das Deutschlandfinale. Es ist der größte Regionalentscheid in ganz Deutschland.
Im AI Express in Böblingen kämpfen 48 Teams um Tickets für das Deutschlandfinale. Es ist der größte Regionalentscheid in ganz Deutschland.
Für die meisten der rund 150 teilnehmenden Kinder und Jugendliche beim Regionalentscheid der „World Robot Olaympiad“ (WRO) in Böblingen drehte sich am Samstag in der Wettbewerbskategorie „Robo-Mission“ alles um einen knapp drei Quadratmeter großen Spieltisch. Schwarze Linien auf weisem Grund, die Sensoren zur Orientierung dienen, sowie Objekte aus Legobausteinen, die die Roboter zu transportieren oder verschieben mussten, sowie weitere Hindernisse prägten dort die Szenerie.
Für insgesamt acht solcher Tische für war Platz auf der Produktionsfläche im Erdgeschoss des Start-up- und Innovationszentrums AI Xpress geschaffen worden. Über 30 der 48 angemeldeten Zweier- und Dreier-Teams wetteiferten in den drei Altersstufen Elementary (acht bis zwölf Jahre), Junior (elf bis 15 Jahre) sowie Senior (14 bis 19 Jahre) um die begehrten Tickets für das Deutschlandfinale in Freiburg. Zwei Teams des Leonberger Johannes-Kepler-Gymnasiums, von denen sich eines für die nächste Runde qualifizierte, starteten in der Kategorie „Future Innovators“.
Über die gute Resonanz und insbesondere über die große Anzahl an Mädchen unter den Teilnehmenden freuten sich Harald Grumser und Wolfgang Vogt, zwei der Initiatoren des AI Xpress. Bereits zum zweiten Mal in Folge sei dies mit Abstand der größte regionale Wettbewerb in Deutschland, berichteten sie. Das Stuttgarter Königin-Katharina-Stift stellte allein zwölf Teams bei Robo-Mission. Aus dem Landkreis Böblingen waren dort das Böblinger Lise-Meitner-Gymnasium (LMG BB), das Schönbuch-Gymnasium Holzgerlingen (SGH) und das Herrenberger Aerospace Lab mit mehreren Teams sowie der IBM Klub Böblingen mit einem Team am Start.
Für die Teams startete der Tag nach der Begrüßung durch Böblingens Ersten Bürgermeister Tobias Heizmann mit dem Zusammenbau ihrer Roboter aus den mitgebrachten Lego-Einzelteilen. Zwei Stunden hatten sie laut Reglement dafür Zeit. Die Team-Coaches durften nie eingreifen. Auch die Programmierfähigkeiten der Kinder und Jugendlichen war bei einer geforderten Modifikation des zuvor über Monate erarbeiteten Programms gefragt.
Nach der Bauphase und der technischen Abnahme der Roboter ging es für die Teams zum ersten zweiminütigen Wertungslauf. Dabei lagen Freude und Frust oftmals nur einen Tisch voneinander entfernt: Während die einen sich freuten, weil der Roboter schon gut funktionierte, fing beim Team nebenan beispielsweise das große Grübeln an, warum ihr Roboter nach gelungenem Start plötzlich die Arbeit einstellte.
Drei weitere Umbauphasen zwischen den vier Wertungsläufen (die beiden besten wurden gewertet) gaben den Teams die Möglichkeit, Fehler zu beheben und Verbesserungen vorzunehmen. Die erste dauerte eine Stunde, die beiden weiteren je 30 Minuten. Dabei nahm das hektische Treiben zwischen den Team-Arbeitstischen, auf denen zahlreiche Laptops aufgebaut waren, und den Wettbewerbstischen, an denen vorgenommene Änderungen zwischendurch getestet wurden, immer mehr zu je näher das Ende rückte. Wie bei der Formel 1 mussten die Teams ihr Fahrzeug vor dem Gong auf festgelegten Parkplätzen abstellen und die Arbeit einstellen.
Während sich in der Senior-Kategorie bereits während der einzelnen Läufe herauskristallisierte, dass das Team „EAGirls“ vom Ernst-Abbe-Gymnasium aus Oberkochen nicht zu schlagen sein wird, blieb die Spannung bei Elementary und Junior bis zur Siegerehrung gegen 19.30 Uhr groß. Aufgrund der Größe der Teilnehmerfelder dürfen hier jeweils die drei erstplatzierten Teams zum Deutschlandfinale.
„Engineers of the Galaxy“ (International School of Stuttgart) heißen die Elementary-Gewinner. Das Team des IBM-Klubs belegte Platz zwei und das dritte von vier Teams des Tübinger Wildermuth-Gymnasiums den dritten Rang. An dessen erstes Team ging der Sieg in der Junior-Kategorie. Platz zwei sicherte sich das Team 1 des SGH. Den dritten Platz belegte das Team „Quarksalber 3“ des LMG BB.
Historie
Die „World Robotics Olympiad“ (WRO) wurde 2004 gegründet. Inzwischen sind 96 nationale Organisationen beteiligt. In Deutschland koordiniert der Verein „Technik begeistert“ seit 2012 die jährlich stattfindenden Wettbewerbe auf regionaler und nationaler Ebene.
Kategorien
Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 19 Jahren können sich in vier internationalen Kategorien messen. Neben der populärsten „Robo-Mission“ gibt es „Robo-Sports“, bei der Lego-Roboter-Zweierteams gegeneinander Ball spielen. Bei „Future Innovators“ steht der Bau eines Robotermodells im Mittelpunkt und bei „Future Engineers“ liegt der Schwerpunkt auf autonomem Fahren. In Deutschland ergänzt ein „Starter-Programm“ die regionale Ebene.
Saison 2023
Über 700 Teams wetteifern in 39 regionalen Wettbewerben im Mai und Juni um die Plätze für das zweitägige Deutschlandfinale. Dieses findet Mitte Juni in der Messe in Freiburg statt. Im November ist das Weltfinale in Panama.