Regionalverband berät über Gewässer Halbherziges Engagement für Neckar

Es ist ein langer Weg zum Badeparadies Neckar. Foto: Daniel Jüptner/7aktuell.de

Die Linken im Regionalverband wollen, dass Menschen spätestens 2035 wieder im Fluss schwimmen können. Doch die Verantwortlichen schrecken vor einer großen Lösung zurück.

Entscheider/Institutionen : Kai Holoch (hol)

Der Neckar ist vielen Regionalpolitikern lieb, doch allzu teuer sollte er nicht unbedingt sein. Diesen Eindruck zumindest hat die Mehrheit des Planungsausschusses des Verbands Region Stuttgart (VRS) bei den Beratungen zum Regionalhaushalt vermittelt. Dass das Gremium vor einem ganz großen Wurf zurückschrecken würde, war schon angesichts der Tatsache absehbar, dass der Antrag von Die Linke/Pirat kam. Deren Sprecher Christoph Ozasek hatte angeregt, dass der VRS mit dem Land, den Stadt- und Landkreisen sowie den Anrainerkommunen eine „Rivermap Neckaroffensive“ schaffen solle. Das Ziel müsse es sein, bis 2035 eine unbedenkliche Wasserqualität entlang des Neckars herzustellen.

 

Ziel ist das gefahrlose Baden im Neckar

In der Übergangszeit solle ein tagesaktuelles Monitoring geschaffen werden. Mit einem Ampelsystem könne aufgezeigt werden, wo schon jetzt gefahrlos im Fluss in Abschnitten mit geringer Belastung gebadet werden kann. Grundsätzlich erntete Ozasek zwar durchaus Zustimmung für das Projekt. Letztlich lehnte aber eine knappe Mehrheit den Antrag der Linken ab.

Mehr Glück hatte die CDU/ÖDP-Fraktion mit ihrem Vorstoß. Demnach soll es von 2025 an jährlich einen „Tag der lebendigen Flusslandschaft“ geben. Damit sollen die an Flüssen liegenden Bereiche des Landschaftsparks Region Stuttgart stärker als bisher in den Blickpunkt gerückt werden.

Der Ausschuss beschließt, die Kommunen sollen zahlen

Wörtlich heißt es in dem Antrag: „Die Neckarkommunen sollen eingeladen werden, ein abwechslungsreiches Programm aus Kultur, Musik, Sport und Mitmachaktionen anzubieten.“ Die Notwendigkeit, für ein solches Projekt Mittel zur Verfügung zu stellen, sieht die CDU nicht. Das Argument, der Planungsausschuss könne doch nicht einfach etwas beschließen, das die Kommunen dann bezahlen sollen, wischte CDU-Fraktionssprecher Roland Schmid ebenso vom Tisch wie das Argument der VRS-Geschäftsstelle.

Thomas Kiwitt, der Chefplaner der Region, hielt es für sinnvoller, das ohnehin flexible Instrument des Landschaftsparks auszubauen und dabei Akzente zur Aufwertung von Gewässern zu setzen, als Einzelaktionen zu planen. Letztlich erhielt der CDU-Antrag eine knappe Mehrheit. Man darf gespannt sein, wie die Kommunen auf diesen Vorschlag reagieren werden.

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