Relegation Der TSV Heimerdingen schreibt Geschichte

Von Nathalie Mainka 

Im dritten und entscheidenden Relegationsspiel in Bondorf besiegt der Landesligist den VfL Nagold mit 4:2 Toren (2:2) und feiert vor einer Kulisse mit mehr als 3300 Zuschauern den Aufstieg in die Verbandsliga.

Die Mannschaft   feiert       den Aufstieg  in die Verbandsliga –   in ihrer Mitte    der scheidende Murat Öztürk. Foto: Andreas Gorr
Die Mannschaft feiert den Aufstieg in die Verbandsliga – in ihrer Mitte der scheidende Murat Öztürk. Foto: Andreas Gorr

Ditzingen - Der TSV Heimerdingen hat die Sensation geschafft. Die Mannschaft um Trainer Holger Ludwig ist nach drei schweren Relegationsspielen in die Verbandsliga aufgestiegen. Am Sonntagnachmittag hat der Zweitplatzierte der Landesliga auf dem neutralen Rasenplatz des SV Bondorf den Zwölften der Verbandsliga, VfL Nagold, im wahrsten Sinne des Wortes mit einem 4:2-Sieg (2:2) überrumpelt. Mann des Tages war der Heimerdinger Michele Ancona, der insgesamt drei Treffer erzielte.

Eine Viertelstunde später als vorgesehen pfiff Oberliga- Schiedsrichter Andreas Iby (FV Spfr Neuhausen) die Partie an, weil sich an der Kasse zum Stadion eine Riesenschlange gebildet hatte und die Organisatoren dieser Partie warten wollten, bis die mehr als 3330 Zuschauer ihren Platz fanden. Währenddessen stimmte sich der mitgereiste Fan-Club des TSV Heimerdingen auf der Tribüne mit Gesängen auf das große Ereignis ein. Mittendrin Fußball-Abteilungsleiter Uwe Sippel, der das Geschehen einfach nur genoss. „Halb Heimerdingen ist da, und vielleicht ist das dann das i-Tüpfelchen einer herausragenden Saison. Wenn nicht, ist es auch in Ordnung, ich bin jedenfalls sehr gelassen.“ Und so konnte die Stimmung bei sommerlichen fast 30 Grad nicht besser sein.

2:0 in der 15. Minute

Noch heißer wurde es dann gleich in der 8. Spielminute, als Michele Ancona nach einer zielgenauen Ecke von Jörn Pribyl goldrichtig stand und den Ball zur umjubelten 1:0-Führung einschob. Das 2:0 folgte in der 15. Minute. Murat Öztürk, der sein letztes Spiel für den TSV bestritt, legte schön auf Pascal Dos Santos Coelho, der die Lücke sah und Nagolds Keeper Matthias Müller keine Chance ließ. Beide Mannschaften hielten das Tempo hoch, vielleicht hatte der VfL Nagold in manchen Situationen etwas mehr vom Spiel, tauchte immer wieder gefährlich im Heimerdinger Strafraum auf. Torhüter Lukas Emmrich machte einen richtig guten Job und hielt seine Mannschaft mit einigen Paraden im Spiel. Doch auch Heimerdingen setzte Stiche und war dem 3:0 in der 27. Minute so nahe, als Murat Öztürk abzog, VfL-Keeper Müller nicht sauber klären konnte, der Ball hinter ihm auf die Torlinie zurollte und am Pfosten ins Aus abprallte. Der VfL Nagold machte weiter Druck auf das gegnerische Tor, drängte auf den Anschlusstreffer und war in der 36. Minute erfolgreich. Einen schön herausgespielten Ball auf der rechten Seite verwandelte Elias Bürkle zum 1:2. Der 2:2-Ausgleich folgte kurz vor dem Pausenpfiff.

„Verdient“, bestätigten die Heimerdinger Fans, die allerdings etwas ruhiger geworden waren. Mit dem Remis zur Halbzeit hatte irgendwie keiner gerechnet. Umso besser wurde es dann in der zweiten Hälfte. Michele Ancona brachte seine Mannschaft erneut in Führung (52.) und setzte in der 88. Minute mit seinem direkt verwandelten Freistoß noch einen zum 4:2-Sieg drauf. „Das alles war der Psychologie des Spiels geschuldet, wir haben in der zweiten Hälfte einfach Fußball gespielt, sind nicht so tief gestanden und haben gut verteidigt“, jubelte Sippel mit der Mannschaft über den Aufstieg.

TSV Heimerdingen: Emmrich, Pellegrino, Schlichting, Riffert, Widmaier, R. Ancona (77. Kraut), Di Matteo (78. Frey), Pribyl, Coelho, M. Ancona (90. Schäffler), Öztürk