Relegation zur Fußball-Bezirksliga Untertürkheimer retten sich vor dem Abstieg – Deja-vu für Botnanger

Drei Tore durften die Kicker der SG Untertürkheim bejubeln, der große Emotionsausbruch folgte dann nach dem Abpfiff: Klassenverbleib geschafft. Foto: Günter Bergmann

Während der Fußball-Bezirksligist SG Untertürkheim dank eines 3:1 in der Spielklasse bleibt, scheitert der ASV Botnang zum zweiten Mal in Folge in der Relegation.

Lokalsport: Patrick Steinle (pst)

Lauter Jubel entbrannte, Zuschauer rannten auf den Rasen, und die Sektflaschen wurden ausgepackt bei der SG Untertürkheim. Klassenverbleib über Umwege. Im Relegationsendspiel hat der Bezirksliga-Zehnte gegen den Kreisliga-A-Zweiten ASV Botnang mit 3:1 gewonnen. „So ist Zeit zum Feiern“, sagt der Untertürkheimer Trainer Verim Kica. Er ergänzt jedoch: „Wir feiern nicht wie ein Aufsteiger, wir sind selbst Schuld, dass wir hier waren.“ Die Sekt- und Bierflaschen wanderten am Abend noch vom Sportgelände des TSV Weilimdorf, wo die Partie stattfand, an den Neckar auf das heimische Sportgelände.

 

Der Schlüssel zum Erfolg lag in der zweiten Halbzeit. In jener drehte der Bezirksligist einen 0:1-Rückstand mit einem Doppelschlag. In der 68. Minute war es Luis Spayes, der einen Freistoß von Kevin Schmieg von der rechten Außenlinie einköpfte, und nur fünf Minuten später traf Schmieg selbst zum zwischenzeitlichen 2:1. Der Offensivmann nahm den Ball im gegnerischen Strafraum an, drehte sich um beide Botnanger Innenverteidiger herum und schob flach ins Eck. Sandro Freitas machte fünf Minuten vor dem Spielende dann den Deckel drauf. Am Ende setzte sich die spielerische Klasse der Untertürkheimer, die vor Saisonbeginn deutlich höhere Ambitionen gehegt hatten (ein Tabellenplatz von zwei bis sechs), durch. „Man hat schon einen Unterschied gemerkt“, sagt Kica, der nun sein Amt auf eigenen Wunsch niederlegt.

Happy End für scheidenden Trainer

Es war also ein Happy End für den scheidenden Trainer. „Ich bin erleichtert, es war schwieriger als erwartet“, sagt Kica und ist der Ansicht: „Die ersten 20 Minuten, in denen die Botnanger gepresst haben, hat sie das Spiel gekostet, weil sie in der zweiten Halbzeit platt waren.“

In die Halbzeitpause gingen die Kontrahenten des ASV Botnang noch mit einer Führung. Eric Jung hatte per Kopf einen Eckball seines Kapitäns Daniel Schweizer verwertet (20.). Das große Problem: dies blieb die einzige von zahlreichen Chancen, die der Kreisligist nutzte. So vergab Jung aus einer ähnlichen Position, Schweizer traf nach 15 Minuten nur den Pfosten, den Nachschuss setzte Madi Ceesay, der in der ersten Relegationsrunde noch mit einem Hattrick glänzte, vorbei. Zudem parierte Untertürkheims Torhüter Manuel Haug immer wieder stark. „Wir machen das Tor nicht“, analysierte der Trainer Alexander Schweizer treffend. „Es muss nicht immer die bessere Mannschaft gewinnen, es kann auch die effizientere gewinnen. Und das war heute der Fall.“

Fragezeichen bei den Botnangern

Der Trainer beschreibt die Gefühlslage so: „Schwer zu verarbeiten, weil du über 60, 70 Minuten alles richtig machst, und dann sind bei mir Fragezeichen.“ Doppelt bitter: die Botnanger scheiterten bereits vor einem Jahr in der Relegation, damals in der ersten Runde gegen den TSV Plattenhardt II. Dementsprechend schlecht war die Laune bei den Mannen in Schwarz und Weiß. Alle Spieler sackten beim Abpfiff zu Boden und schlugen die Hände vor ihr Gesicht. Wieder den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst.

So geht es von September an in die 14. Kreisliga-A-Spielzeit in Folge. „Nächste Saison müssen wir richtig randalieren“, sagt der Coach Schweizer. Der verpasste Aufstieg schmerze, doch er nimmt es sportlich: „Dann wird es eben kein Aufstiegsbier, sondern ein Vergessensbier.“ Der Sekt war schon eingepackt, „Aufstiegsshirts Gott sei dank nicht“, berichtet der Botnanger Coach. SG Untertürkheim: Haug – Lämmle, Meyer, Pawel Bielinski (61. Wittmann), Jesus Ferreira (81 Jurkovic) – Spayes, Munk (87. Weber) – Hinz, Schmieg, Freitas – Tweneboa (90.+3 Christ).

ASV Botnang: Babuscu – Kohr (63. Kayatas), Jung, Mal Hasaj, Arjanit Hasaj (78. Arich) – Ceesay, Lehmann (86. Odesh), Abarriche, Sovtic – Schweizer, Kamberi (67. Hahn).

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