Rems-Murr-Kreis Keine Stromautobahn durch den Schwäbischen Wald

Von Harald Beck 

Im aktualisierten Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur wird die Stromtrasse quer durch den Schwäbischen Wald zum Schurwald, die im Rems-Murr-Kreis große Aufregung ausgelöst hat, nicht mehr für nötig gehalten.

Die befürchtete Trasse durch den Schwäbischen Wald kommt wohl nicht. Foto: dpa
Die befürchtete Trasse durch den Schwäbischen Wald kommt wohl nicht. Foto: dpa

Rems-Murr-Kreis - Die Bundesnetzagentur hat nun die aktualisierte Version des Bedarfsplans für die Stromnetzentwicklung in Deutschland vorgelegt. Darin sei eine sehr gute Nachricht für den Rems-Murr-Kreis versteckt, lässt dazu der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange wissen: Der Überarbeitung des Netzentwicklungsplans 2024 sei zu entnehmen, dass die im Rahmen der verbesserten Nord-Süd-Verbindungen ins Auge gefasste Stromautobahn vom Kreis Segeberg bis nach Wendlingen (Kreis Esslingen) voraussichtlich zurzeit nicht benötigt werde.

Trassenpläne von Murrhardt zum Schurwald

In den bisherigen Planungsüberlegungen war ein möglicher zehn Kilometer breiten Trassenkorridor für die Stromautobahn mit 380-kV-Leitungen verzeichnet. Dieser sollte quer durch den Schwäbischen Wald über den Bereich Murrhardt/Großerlach und dann zwischen Remshalden und Schorndorf zum Schurwald geführt werden. Die zuvor gehandelte weiter östlich verlaufende Alternativtrasse im Rahmen des sogenannten Südlinks nach Bünzwangen-Goldshöfe „ist gar komplett aus dem Bedarfsplan gefallen“, freut sich Lange nun für die Bewohner seines Wahlkreises. Diese Trasse hätte den Rems-Murr-Kreis ganz im Osten ebenfalls tangiert.

Tatsächlich berichtet die Bundesnetzagentur, sie habe in der turnusgemäß aktualisierten Version nur „Maßnahmen bestätigt, die nach unseren Berechnungen in den kommenden Jahren zwingend erforderlich sind“. Nachdem dabei mehr als 34 000 Stellungnahmen mit in den Entscheidungsprozess eingeflossen seien, habe man von den zuvor 92 von den Netzbetreibern vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung des Übertragungsnetzes lediglich 63 bestätigt. Momentan, so die Agentur, beinhalte der Netzentwicklungsplan 2024 bundesweit Optimierungsprojekte auf rund 3050 Kilometern und Neubautrassen auf etwa 2750 Kilometern.

Es geht um die Nord-Süd-Verbindungen

Den Namen „6 WDL“ hatte jene Trasse getragen, die bei der Anbindung der Windparks an der Nordsee an den stromhungrigen Süden Teil der Hauptachse „Südlink“ hätte sein sollen. Durch diese, so hatte im vergangenen Herbst bei Bekanntwerden der gen Westen verschobenen Trassenvariante der damalige Rems-Murr-Landrat Johannes Fuchst kritisiert, „wäre das Herzstück des Schwäbischen Waldes von der hierfür erforderlichen Megastromtrasse betroffen – und zwar im gesamten Raum zwischen Murrhardt und dem Schurwald bis Remshalden und Winterbach“.

Auch aus den im Zweifelsfall betroffenen Kommunen war entschiedener Widerstand gegen die nach Westen verschobene Trasse angekündigt worden. Vorläufig gibt es dazu nun Entwarnung, was den Bereich östlich von Stuttgart angeht. Mit der Einschränkung allerdings, dass in Aktualisierungen des Netzentwicklungsplans der Ausbaubedarf jährlich neu bewertet wird.




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