Rems-Murr-Kreis Mann aus Remshalden war erster Corona-Toter im Land

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Ein Mann aus dem Rems-Murr-Kreis war in der vergangenen Woche gestorben – nun ergab ein Test, dass er mit dem neuartigen Coronavirus infiziert war. Das Sozialministerium wertet ihn als erstes Todesopfer in Baden-Württemberg.

Der erste offiziell bestätigte Corona-Tote aus Baden-Württemberg kommt aus dem Rems-Murr-Kreis (Symbolbild). Foto: Gottfried Stoppel
Der erste offiziell bestätigte Corona-Tote aus Baden-Württemberg kommt aus dem Rems-Murr-Kreis (Symbolbild). Foto: Gottfried Stoppel

Remshalden - Erstmals ist in Baden-Württemberg ein Mensch gestorben, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert gewesen war. Dies teilte das Sozialministerium des Landes am Donnerstagmittag mit. Es handelt sich um einen Mann aus Remshalden (Rems-Murr-Kreis), der bereits in der ersten Märzwoche im Alter von 67 Jahren zuhause verstorben war.

Auch die Frau des Mannes hat sich mit dem Virus infiziert

Auf den ersten offiziell bestätigten Corona-Todesfall im Land kamen die Behörden durch die 70 Jahre alte Ehefrau des Verstorbenen: Am Sonntag war bekannt geworden, dass die Remshaldenerin nach einer Frankreich-Reise positiv auf das Virus getestet worden war. Nach dem Bekanntwerden dieser Infektion untersuchten die Behörden dann auch den Leichnam ihres Mannes auf das Virus SARS-CoV-2 – dieser Test verlief ebenfalls positiv.

Auch weitere Untersuchungen wurden an dem Körper vorgenommen. „Wir gehen davon aus, dass die Corona-Infektion zum Tod des Mannes zumindest beigetragen hat“, sagt eine Sprecherin des Sozialministeriums. Vorerkrankungen seien nicht bekannt gewesen. Das Ministerium wertet ihn daher als „ersten Todesfall mit Coronavirus in Baden-Württemberg“.

Mit Blick auf das Sterbedatum des Mannes ist es aber wahrscheinlich, dass der Remshaldener sogar der deutschlandweit erste Corona-Tote gewesen ist. Bislang hatten ein 70-Jähriger, der am Sonntag in Ägypten gestorben war, beziehungsweise drei Todesfälle vom Montag in Nordrhein-Westfalen als erste deutsche Corona-Todesopfer gegolten.

Der Remshaldener war im Februar aus dem Kongo zurückgekehrt. Ob er sich auch in dem afrikanischen Land mit dem Virus infiziert hat, ist unklar: Im Kongo ist bislang laut der ARD erst eine einzige Corona-Infektion bekannt geworden. Für wahrscheinlicher hält das Sozialministerium daher, dass sich das Paar in Frankreich mit SARS-CoV-2 infizierte. Die 70-jährige Witwe des Mannes befindet sich noch immer in stationärer Behandlung. „Es wird alles dafür getan, dass sie die Erkrankung gut übersteht“, so der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Richard Sigel.

Im Rems-Murr-Kreis sind inzwischen – Stand Donnerstag – 20 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. „Der erste Todesfall in Baden-Württemberg im Zusammenhang mit Corona macht den Ernst der Lage noch einmal deutlich. Diese neue Entwicklung muss zu einem noch konsequenteren Handeln auf allen Ebenen und klaren Vorgaben des Bundes und der Länder zur Eindämmung der Epidemie führen“, sagt der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Richard Sigel.

Er appelliert in sehr deutlichen Worten an die Landes- und Bundesregierung: „Ich bitte Sie dringend, den Nachschub mit Schutzkleidung für den Rettungsdienst und die Kliniken sicherzustellen. Wenn der nicht gesichert ist, stehen die Kliniken irgendwann still“, so Sigel – und dies betreffe dann auch Behandlungen, die nichts mit dem Coronavirus zu tun hätten.




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