Rems-Murr-Kreis Mausohren und Mopsgesichter

Das Graue Langohr Foto: dpa
Das Graue Langohr Foto: dpa

Die Fledermaus spielt bei der 16. Batnight am Samstag die Hauptrolle. Im Rems-Murr-Kreis sind 16 Arten gesichtet worden. Die Tiere sind auch dort stark gefährdet.

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Waiblingen - Vor diesen Minivampiren müssen sich allenfalls die Käfer, Spinnen und Schnaken im Rems-Murr-Kreis fürchten. Ob Abendsegler oder Zwergfledermaus, Mausohr oder Mopsfledermaus – so unterschiedlich sie auch aussehen mögen, eines haben die heimischen Flattermänner und alle in Europa lebenden Fledermäuse gemeinsam: Sie ernähren sich ausschließlich von Insekten. Lediglich drei Fledermausarten in Süd- und Mittelamerika haben sich auf Wirbeltierblut spezialisiert, was die gesamte Familie Fledermaus ein wenig in Verruf gebracht hat. Zu Unrecht, denn die Tiere sorgen in Nachtschicht dafür, dass Schnaken und Mücken nicht überhand nehmen.

Mindestens 16 Fledermausarten flattern durch den Rems-Murr-Kreis. Das sei das Ergebnis von Erhebungen und Kartierungsaktionen in den vergangenen Jahren, erklärt Dietmar Reiniger. Der Ingenieur der Landespflege arbeitet im Geschäftsbereich Umweltschutz im Landratsamt und hat den Überblick über Flug- und Quartiermeldungen der nachtaktiven Tiere, als deren nächste lebende Verwandte nicht die Mäuse, sondern erstaunlicherweise die Igel gelten. Eine flächendeckende Volkszählung der Fledermauspopulation hat es im Landkreis freilich noch nie gegeben. Das vorliegende Material, so Reiniger, erlaube daher nicht wirklich Aussagen zu Populationsgrößen und Entwicklungstendenzen.

Eines allerdings sei unbestritten: „Insgesamt sind unsere Fledermäuse im Rems-Murr-Kreis als stark gefährdete Tiergruppe einzustufen.“ Das Graue Langohr zum Beispiel sei äußerst selten. „Im Kreis ist uns nur eine Wochenstube bekannt“, erklärt Reiniger. In den sogenannten Wochenstuben versammeln sich die Muttertiere, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und gemeinsam aufzuziehen. Etwa vier bis sechs Wochen dauert die Stillzeit.




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