Rems-Murr-Kreis So sichern die Städte ihre Wasserversorgungen
Die Städte Winnenden, Schorndorf, Backnang und Fellbach fahren unterschiedliche Strategien, um die Wasserversorgung ihrer Einwohner sicherzustellen.
Die Städte Winnenden, Schorndorf, Backnang und Fellbach fahren unterschiedliche Strategien, um die Wasserversorgung ihrer Einwohner sicherzustellen.
In Winnenden setzt man in Sachen Wasserversorgung auf eine möglichst große Unabhängigkeit von Fremdwasser, um die Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit zu verbessern, und hat dazu bereits konkrete Projekte umgesetzt. „In jüngster Vergangenheit haben wir zwei neue Wasserwerke errichtet, mit dem Ziel, die Kapazitäten unserer örtlichen Wasserquellen maximal auszuschöpfen“, teilen die örtlichen Stadtwerke auf Nachfrage mit.
Winnenden setzt auf eigene Quellen „Diese Investitionen ermöglichen es uns, den Wasserbedarf der Stadt zu einem erheblichen Teil, aktuell 50 Prozent, direkt aus eigenen Quellen zu decken. Dies ist ein wesentlicher Schritt, um unsere Abhängigkeit von externen Lieferungen zu reduzieren und die Kontrolle über die Qualität und Verfügbarkeit unseres Wassers zu behalten.“ Darüber hinaus plane man in naher Zukunft, bestehende Quellen zu sanieren. Zudem sei man dabei, zu evaluieren, ob stillgelegte Quellen und Brunnen wieder nutzbar gemacht werden können. „Diese Maßnahmen sind Teil unserer langfristigen Strategie, die Ressourcennutzung zu optimieren und die Wasserversorgung für kommende Generationen zu sichern.“
Schondorf strebt nach Unabhängigkeit Auch in Schorndorf ist man dran, stillgelegte Quellen auf eine mögliche Reaktivierung hin zu untersuchen, um den Eigenwasseranteil zu erhöhen, wie der städtische Pressesprecher Dominique Wehrle berichtet. Aktuell tragen Schorndorfs Eigenvorkommen rund 220 000 Kubikmeter Wasser zur Versorgung der Stadt bei, was zehn Prozent des Gesamtbedarfs entspricht. Weitere 1,7 Millionen Kubikmeter erhalten die örtlichen Stadtwerke aus Langenau sowie 370 000 Kubikmeter vom Zweckverband Berglen-Wieslauf. Durch mögliche Reaktivierungen von Quellen solle die Unabhängigkeit von Vorlieferanten sowie die Redundanz im Falle von Störungen bei diesen gesteigert und eine verbesserte Notversorgungsmöglichkeit erreicht werden, erläutert Wehrle. Das Quellenmessprogramm hierzu läuft bereits. „Diese Untersuchungen beinhalten Aspekte wie die Wasserqualität und die potenzielle Ausschüttung.“
„Darüber hinaus werden derzeit auch bestehende Betriebe, die Grundwasser fördern, dahingehend untersucht, ob die Förderleistung durch den Bau neuer Anlagen oder tieferer Brunnen erhöht werden kann.“ Zudem planten die Stadtwerke in den nächsten 20 Jahren „erhebliche Investitionen“ für die Erneuerung des Wassernetzes, der Anlagen und Speicher, so Wehrle weiter ohne konkrete Summen zu nennen. „Diese Maßnahmen sind entscheidend, um eine nachhaltige und zuverlässige Wasserversorgung für die Zukunft sicherzustellen.“
Backnang: neue Versorgungstechnik In etwa ebenso hoch ist der Eigenwasseranteil in Backnang, wie der Geschäftsführer der Stadtwerke, Thomas Steffen, erklärt. Maßnahmen, ihn zu erhöhen, sind nicht geplant. Zwar sei es vorteilhaft, einen hohen Anteil an qualitativ hochwertigem Eigenwasser zu besitzen, so Steffen, doch lasse sich dies nur schwer beeinflussen. So gehe es in der Wasserversorgungskonzeption vorrangig darum, wie die Versorgungssicherheit technisch sichergestellt werden könne, etwa durch die Erweiterung eines Hochbehälters oder den Bau einer neuen Hauptversorgungsleitung. Geplant seien hierzu im nächsten Jahrzehnt Investitionen von knapp 18 Millionen Euro, kündigt Steffen an, ohne konkrete Projekte zu nennen. Nur so viel erklärt er zur Versorgungskonzeption: „Wir entwickeln sie in regelmäßigen Abständen weiter und berücksichtigen hierbei neben den demografischen Entwicklungen natürlich auch die klimatischen Rahmenbedingungen. Eine gesonderte Konzeption rein auf den Klimawandel bezogen haben wir nicht.“
Fellbach sorgt mit großen Speichern vor Bereits gut gerüstet sieht man sich auch in Fellbach. „Das Wasserversorgungskonzept der Stadtwerke Fellbach ist auch angesichts der Herausforderungen des Klimawandels resilient und zukunftssicher“, teilen die örtlichen Stadtwerke mit. Ein neues Konzept erscheine aus heutiger Sicht nicht notwendig, zumal das Netz bereits seit vielen Jahren konsequent für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen ausgelegt worden sei. Jährlich würden konstant rund 1,1 Millionen Euro in das Wasserversorgungsnetz investiert. „Dazu kommen Investitionen der vorgelagerten Wasserversorger Bodenseewasserversorgung und Landeswasserversorgung, die auf alle angeschlossenen Wasserabnehmer umgelegt werden.“
Dabei ist die Stadt Fellbach von Fremdwasserlieferungen komplett abhängig. Über eigene Vorkommen verfügt man nicht. Dennoch sei die Versorgungssicherheit auf einem hohen Niveau, da man Wasser von zwei unterschiedlichen Vorlieferanten beziehe, erklären die Stadtwerke Fellbach. Schmiden und Oeffingen würden von der Bodenseewasserversorgung beliefert und Fellbach von der Landeswasserversorgung. Dabei setze man mehrere Wasserbehälter mit großen Speicherkapazitäten ein. „Die Wasserversorgungsverträge und die Wasserbehälter bieten genügend Reserven, um auch auf künftige Herausforderungen reagieren zu können.“