Remstal-Gartenschau in Korb Wo Remsi eine Schwester hat

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Korb setzt bei seinem Gartenschau-Konzept auf Radfahren, Wandern, Kunst und Kultur – und ein eigenes Maskottchen.

Der Alfred-Leikam-Garten ist schon fertig. Foto: Gottfried Stoppel 3 Bilder
Der Alfred-Leikam-Garten ist schon fertig. Foto: Gottfried Stoppel

Korb - Remsi hat eine kleine Schwester: Korbi. Ein Foto der Biene ziert den Prospekt zur Korber Highlight-Woche bei der Remstal-Gartenschau, und wer die Remstal-Card in Korb kauft, kann dazu eine Korbi aus Plüsch erhalten. „Wir sind sehr stolz, dass das Maskottchen der Gartenschau eine Biene ist“, sagt Jochen Müller, der Korber Bürgermeister. Schließlich habe seine Gemeinde einen Bienenkorb im Wappen. Insofern sei Remsi ein glücklicher Zufall für Korb – und Korbi ein passendes Maskottchen für den Ort im Gartenschaujahr, das quasi hier beginnt. Denn nach der offiziellen Eröffnung in Schorndorf am 10. Mai startet einen Tag später die erste Highlight-Woche der 16 Gartenschau-Kommunen in Korb.

Aussicht mit „Fernsehen in Korb“

Dann wird zunächst der Beitrag zu den 16 Stationen eröffnet, ein hölzerner Aussichtsturm in Kleinheppach, der den Titel „Fernsehen in Korb“ trägt. Auch der Steinzeitrundweg wird eingeweiht, während am dazugehörigen Museum noch gebaut wird. Die Projekte sind auf Dauer angelegt.

„Wir wollten keinen Gartenschau-Hype veranstalten, bei dem 2019 alles gemacht wird und nachher nix mehr da ist“, betont Jochen Müller. Stattdessen sollen die Bürger langfristig von der Gartenschau profitieren. „,Das ist mein Korb’, sollen sie sagen können“, erklärt der Bürgermeister die Intention. Gleichzeitig wolle man natürlich als Perle im Remstal glänzen. Dabei setzt die Kommune vor allem auf die Schwerpunkte Wandern, Radfahren sowie Kunst und Kultur. Denn der Aspekt Wasser und Rems scheidet aufgrund der geografischen Lage aus. „Korb hat eine gewisse Attraktivität durch die Landschaft“, sagt Müller. Hier gebe es Naherholung im wahren Wortsinn: vor der Haustür.

Im Rahmen der Gartenschau hat die Kommune unter anderem den Seeplatz umgestaltet. „Der ist jetzt wesentlich offener und einladender“, meint der Bürgermeister. Während der Bauarbeiten hätten einige Bürger noch geschimpft, jetzt höre er häufiger Sätze wie „Das habt ihr schon recht gemacht“, berichtet Müller. „Da sind die Korber, glaube ich, auch ein bisschen stolz darauf.“ Bereits im vergangenen Herbst wurde der Platz zusammen mit dem neugestalteten Alten Friedhof eingeweiht, inzwischen werde er gut angenommen.

Bürger von Anfang an eingebunden

Von Anfang an habe man die Bürger eingebunden, so Müller. Während von Seiten des Gemeinderats zunächst die Frage nach den Kosten im Vordergrund stand, habe die Verwaltung mit den Einwohnern bei verschiedenen Veranstaltungen sämtliche Ideen, wie etwa die einer Seilbahn zum Korber Kopf, diskutiert. „So hat man sich den Projekten genähert und dann ging es relativ schnell in die Umsetzungsphase“, erklärt Müller. Damit hatte Petra Gaupp, seit Mai 2017 die Projektverantwortliche für die Gartenschau in Korb, jede Menge zu tun – auch wenn aus der Seilbahn zum Korber Kopf nichts wurde. Rund 1,5 Millionen Euro gibt die Kommune für ihre Bauprojekte zur Gartenschau aus.

Jetzt, kurz vor dem Start der Highlightwoche, kümmert sich Gaupp um nichts anderes mehr. „Sie lebt die Gartenschau“, lobt der Bürgermeister. „Die Aufregung steigt“, gibt Gaupp zu. „So ein Event haben wir noch nie gemacht. Keiner weiß, was auf einen zukommt. Das macht gerade die Veranstaltungsplanung schwierig“, erzählt die Projektverantwortliche. Sie hofft auf eine Vielzahl von Besuchern, doch wie viele es werden, kann niemand vorhersehen. Und auch viele andere Herausforderungen tauchten im Laufe der Vorbereitungen plötzlich auf – wie etwa die, dass eine Baumschule nicht auf den Bedarf von 80 Bäumen für die Weinbergbegrünung eingestellt war. „Man glaubt gar nicht, was da an Kleinarbeit dahinter steckt“, sagt Jochen Müller. Am Ende gelang es Gaupp doch noch, die Bäume aufzutreiben.

Das erste fertiggestellte Gartenschau-Projekt aller 16 Kommunen überhaupt sei der Alfred-Leikam-Garten gewesen, erklärt Petra Gaupp. Die kleine Parkanlage würdigt den Korber NS-Widerstandskämpfer und wurde bereits im Oktober 2016 der Öffentlichkeit übergeben. Eine Skulptur des örtlichen Künstlers Guido Messer erinnert an Leikam.

Auch die Kaktuswoche zieht die besucher an

Messer und weiteren Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und sich mit ihnen unterhalten können die Besucher während der Highlight-Woche bei dem Bildhauer-Symposion „Köpfe am Korber Kopf“, wo in einem Freiluftatelier neue Skulpturen entstehen. „Viele unserer Veranstaltungen finden im Freien statt, deshalb hoffen wir auf gutes Wetter“, sagt Jochen Müller, dem bewusst ist, dass in der Eröffnungswoche ganz besonders nach Korb geschaut werden wird. Dann werden auch aufgrund der Korber Kaktuswoche viele Besucher im Ort erwartet. „Da kommen Leute von überall her“, ist sich der Bürgermeister sicher.

Es freut ihn, dass die Vereine ebenfalls mitziehen und sich an Veranstaltungen während der Gartenschau beteiligen, ebenso wie die Kirchengemeinden des Ortes, die etwa zum Auftakt der Highlight-Woche ein ökumenisches Mittagsgebet abhalten. „Es ist schön, dass sich der Austausch aller Kirchen, der beim Café International entstanden ist, hier fortsetzt“, findet Müller.