Renningen Hier geht es richtig dreckig zur Sache

Von Coco Wagener 

Was 2012 begann, ist nun fertig: Die Jugendlichen können sich mit ihren BMX-Rädern auf dem Dirtpark austoben. Die Strecke ist am Wochenende eingeweiht worden. Das Projekt kostet 30 000 Euro.

Eine gute Polsterung der Hügel mit Holzmulch soll verhindern, dass sich die Sportler bei Stürzen verletzen. Foto: factum/Granville
Eine gute Polsterung der Hügel mit Holzmulch soll verhindern, dass sich die Sportler bei Stürzen verletzen. Foto: factum/Granville

Renningen - In Renningen wurde es am Wochen­ende schmutzig: Der Jugendgemeinderat (JGR) hatte zur Einweihung seines Dirtparks bei den Sportplätzen geladen, das ist eine hügelige Strecke für BMX-Fahrradfahrer. Endlich, kann man fast schon sagen, denn bereits seit 2012 sind die Jungpolitiker mit der Umsetzung des Projektes beschäftigt.

Marcel Dzubba, der bis vor Kurzem noch Vorsitzender des JGR war, erzählt: „Als ich ganz frisch im Jugendgemeinderat war, haben wir angefangen, an dem Thema zu arbeiten. Wir haben schnell den Gemeinderat miteinbezogen und von dessen Seite sofort Unterstützung erhalten.“

Bürgermeister Wolfgang Faißt ergänzt: „Eigentlich hätte das Projekt 2014 schon fertiggestellt werden sollen, aber wegen der großen Nässe in diesem Gebiet konnten die Lastwagen nicht kommen, und wir mussten erst alles trockenlegen. Der heiße Sommer im letzten Jahr hat dann sein Übriges getan.“

30 000 Euro als Zeichen für die Jugend

30 000 Euro hat die Stadt sich den Bau kosten lassen und setzt damit auch ein Zeichen für die Jugendlichen in der Region, dass sie sich für ihre Belange interessiert und einsetzt. Felix Brenner, der den Arbeitskreis des Jugendgemeinderates zum Thema leitete und selbst auf den sogenannten Dirt-Bikes unterwegs ist, berichtet: „Dadurch, dass das hier professionell angelegt worden ist, lässt sich besser springen“, lobt er. „Es ist viel sicherer, als wenn man natürliche Unebenheiten nutzt, und die Erdoberfläche lässt sich auch im Nachhinein noch bearbeiten und kann weiter gestaltet werden.“

Erst vergangene Woche wurde ein neuer Jugendgemeinderat gewählt. Dzubba, der mittlerweile 18 ist, wird deswegen nicht mehr vertreten sein und hat den Stab an die jüngere Generation weitergereicht. Unter anderem an den 15-jährigen Konrad Krämer.

Dieser berichtet von den großen Plänen, die die jungen Gemeinderäte für das Areal am Sportplatz haben: „Wir möchten hier ein sogenanntes Jugendsportforum einrichten. Die Idee ist, zusätzlich zum Dirtpark noch weitere Kleinsportanlagen wie etwa ein Beachvolleyballfeld, einen Soccer-Court und ein Basketballfeld zu bauen. Wir haben schon lange einen Ort für die Jugendlichen der Stadt gesucht. Der Platz hier ist einfach perfekt dafür: Es gibt genug Fläche, und wir haben kein Problem mit der Lärmbelästigung “, erzählt er mit dem Augenblitzen der Visionäre und fügt hinzu: „Wir haben da mit der Stadt einen wirklich guten Partner.“

Erst der Anfang von etwas Großem?

Der Dirtpark hat auf jeden Fall schon einmal einen gelungen Anfang in Sachen Jugendsportforum gemacht. Bürgermeister Faißt zeigt sich jedenfalls offen für die Pläne der Jugendlichen, und Marcel Dzubba fasst stolz zusammen: „Dieses Projekt zeigt, dass ein Jugendgemeinderat sich lohnt, weil man wirklich etwas bewegen kann!“

Auch die Bürger aus dem Ort sind begeistert und interessiert. Als die Jugendlichen ihre kleine Vorführung beginnen und in atemberaubende Höhen springen oder gewagte Drehungen auf dem Rad vollführen, stockt den Zuschauenden kollektiv der Atem und sie applaudieren begeistert.

Auch einen Sturz gibt es zu sehen, doch dank der guten Polsterung der Hügel mit Holzmulch sieht dieser zwar spektakulär aus, bringt aber keine Verletzungen für den jungen Sportler mit sich.

Der Arbeitskreisleiter Felix Brenner strahlt, als er sagt: „Das ist wirklich total weich hier, da kann man sich fast nicht verletzen!“ Einige Damen werfen kurz ein, dass es schade sei, dass der Dirtpark hauptsächlich Jungen anspreche und Mädchen wenig davon profitieren würden. Brenner gibt zu: „Ich glaube, es gibt kaum einen Sport, wo so wenige Mädchen vertreten sind.“ Jedoch können die Jugend­gemeinderäte ja bereits weiterführende Pläne für das sogenannte Jugendsport­forum vorweisen, das dann sicher beide Geschlechter ansprechen wird.




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