Renningen Kitas, Krippen und ein Waldkindergarten

Von Kathrin Klette 

Die Stadt plant zusätzliche Betreuungsplätze, um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein.

Der Kindergarten an der Rankbachstraße nimmt Gestalt an. In Zukunft braucht es noch weitere Einrichtungen. Foto: factum/
Der Kindergarten an der Rankbachstraße nimmt Gestalt an. In Zukunft braucht es noch weitere Einrichtungen. Foto: factum/

Renningen - Zwei neue Kindergärten, eine neue Krippe und die Einrichtung eines Waldkindergartens: Mit diesen Plänen will die Stadt Renningen eine Antwort auf die stete Frage nach Betreuungsplätzen für Kinder geben. Bis zum Jahr 2025 rechnet die Stadt nämlich mit einem derart steigenden Bedarf, dass mit den bestehenden und selbst mit den bereits geplanten neuen Einrichtungen nicht genügend Plätze da wären. Das geht aus der aktuellen Krippen- und Kindergartenbedarfsplanung hervor, die Daniel Dreßen, im Rathaus zuständig für den Fachbereich Bildung, Familie und Soziales, dem Gemeinderat vorgestellt hat. Dieser erteilte dann auch gleich den Auftrag an die Verwaltung, ein Konzept für einen zukünftigen Waldkindergarten zu erstellen.

Kinderbetreuung ist in Renningen ein viel diskutiertes Thema. 2018 äußerten sich erstmals Elternbeiräte öffentlich sehr kritisch über die, wie sie sagen, Versäumnisse in der früheren Vergangenheit, was die Planung angeht, vor allem in Hinblick auf das Baugebiet Schnallenäcker II. So gab es 2018 deutlich mehr Anmeldungen, als es Betreuungsplätze gab. Als Reaktion darauf ließ die Stadt, zusätzlich zum Bau eines neuen Kindergartens an der Rankbachstraße, einen Übergangskindergarten an der Jahnstraße errichten. Der ist jedoch nicht für die Ganztagsbetreuung ausgelegt, und gerade da wird der Bedarf immer größer. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass an einigen Kindergärten Bewegungsräume nicht mehr als solche genutzt werden können, weil sie für die Ganztagsbetreuung gebraucht werden.

Durchgängigkeit ist ein Problem

Seit die Probleme akut wurden, hat sich in Renningen eine Menge getan. „Wir haben einiges auf den Weg gebracht und haben von vielen Erziehern positive Rückmeldungen auf unsere Arbeit bekommen“, berichtet Daniel Dreßen. Auch eine Umfrage unter Eltern, die einen Kindergartenplatz haben, brachte viele gute Ergebnisse, vor allem was den Erhalt der Wunscheinrichtung angeht. Eindeutigen Nachholbedarf sehen Eltern wie auch die Verwaltung und der Gemeinderat in Sachen Durchgängigkeit von Krippe zu Kindergarten. „Lediglich 84,45 Prozent der Eltern gaben an, dass zwischen der Betreuung im Kindergarten und im U3-Bereich eine lückenlose Betreuung gewährleistet war“, erklärt Dreßen. Hier mussten zum Teil Wochen oder sogar Monate überbrückt werden.

Vor allem Punkte wie dieser machen die Debatte in der Elternschaft sehr emotional, wie sich bereits in vergangenen Sitzungen und an einem Info-Abend für Eltern zeigte, in denen die Kinderbetreuung und der Bedarfsplan diskutiert wurden. Die Kritik der Eltern richtet sich dabei in keiner Weise gegen die Qualität in der Betreuung, betont die Elternvertreterin Nicole Volk. „Wer einen Platz hat, ist zufrieden, ich bin mit dem Platz, den wir bekommen haben, auch sehr glücklich.“ Ihr gehe es um die Eltern, die eben nicht den nötigen Platz bekommen haben und deren Anliegen in ihren Augen oft nicht richtig ernstgenommen würden.

Waldkindergarten stößt auf Zustimmung

Der ausführliche Bedarfsplan greift nun alle bestehenden und bevorstehenden Herausforderungen auf und bietet Lösungsansätze. „Im Jahr 2025 werden voraussichtlich 58 Betreuungsplätze in der Kleinkindbetreuung fehlen“, prognostiziert Daniel Dreßen. Auch bei Angeboten für Kinder über drei Jahren wird es problematisch, vor allem ist ein großes Gefälle zwischen Renningen und Malmsheim zu erwarten – mit einem Überangebot in Renningen und einem starken Defizit in Malmsheim. „Die Planungen für die Kita im Neubaugebiet Schnallenäcker III sind nach heutigem Wissensstand nicht mehr ausreichend“, so Dreßen.

Folgende Lösungen sind nun angedacht: Möglichst zeitnah wird eine Kindergartengruppe im Kindergarten Wiesenstraße in eine Krippengruppe mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) umgewandelt, voraussichtlich zum 1. Januar 2020. Je nach Bedarf könnte dieses Konzept bei weiteren Gruppen fortgeführt werden.

Für die Zukunft schlägt Dreßen außerdem zwei Varianten vor: Entweder ein weiterer Kindergarten zusätzlich zur geplanten Einrichtung im Neubaugebiet Schnallenäcker III und eine neue Krippe – oder eine Kombi-Lösung: mit einem größeren Bau in Schnallenäcker III, einer Erweiterung des Kindergartens Merklinger Straße plus einem ein- bis zweigruppigen Waldkindergarten. Vor allem von der Idee eines Waldkindergartens zeigten sich die Ratsleute angetan. Wichtig ist dabei, ergänzt Dreßen, dass der Waldkindergarten in Malmsheim steht. Zudem sollte er eine ganztagstaugliche Ausstattung haben wie fließendes Wasser und eine Küche. Die Detail-Planung steht aber erst bevor.