Peter Rohsmann vom TSC Renningen ist für seine jahrzehntelangen Verdienste rund um den Tennis-Jugend-Cup ausgezeichnet worden. Der 72-Jährige hat noch viel vor.

Dass Tennis-Weltstars wie Alexander Zverev, Angelique Kerber und Stefanos Tsitsipas in jungen Jahren ihre Spuren in Rutesheim und Renningen hinterlassen haben, ist Peter Rohsmann zu verdanken. Der 72-Jährige hat mit dem Tennis-Jugend-Cup, den er im Jahr 1998 initiiert hat, ein Turnier für Nachwuchs-Cracks aus der Taufe gehoben, das weit über den Kreis Böblingen hinaus strahlt und in der Szene einen exzellenten Ruf genießt. Am Dienstagabend hat der Böblinger Landrat Roland Bernhard dem Vorsitzenden des TSC Renningen für seine Verdienste rund um den Tennis-Nachwuchs die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen – eine Auszeichnung, die nur besonders verdiente Bürger erhalten.

Peter Rohsmann ist kein Mensch, der das Scheinwerferlicht sucht, aber über die Auszeichnung hat er sich doch ein Stück weit gefreut. „Ich hoffe, dass sie beitragen kann, dass der Jugend-Cup noch mehr Unterstützung erhält“, sagt er ganz altruistisch. Als er vor einem Vierteljahrhundert das Amt des Ersten Vorsitzenden beim TSC Renningen übernahm, hob er den Jugend-Cup zusammen mit den beiden schwedischen Trainern des TSC Renningen und des TC Rutesheim zur Motivation der Mitglieder beider Clubs aus der Taufe und wollte diese mit den Antrittsgeldern finanziell unterstützen.

Schnell wurde der Jugend-Cup zum renommiertesten Nachwuchs-Turnier in Baden-Württemberg, und als der europäische Verband Tennis Europe die Konkurrenzen in allen Altersklassen in die höchste Kategorie einstufte, gar zur Nummer eins in Europa. Damit einher ging allerdings eine massive Steigerung der Kosten – schließlich mussten die Spieler untergebracht und verpflegt werden. Einer der großen Verdienste des IT-Unternehmers Peter Rohsmann ist es daher, dass er einen großen Pool an Sponsoren aufgebaut hat, die für die Sicherheit bei den finanziellen Rahmenbedingungen sorgen.

Westfälische Sturheit mit schwäbischer Bedächtigkeit

An Lobeshymnen fehlte es daher nicht. Landrat Bernhard bezeichnete den Jugend-Cup als „Wimbledon-Turnier des Landkreises Böblingen“ und sah in ihm ein Beispiel für „hervorragende interkommunale Zusammenarbeit“ zwischen den Austragungsorten Rutesheim und Renningen. „Sie haben in mehr als 25 Jahren beim TSC Renningen und beim Jugend-Cup Überragendes geleistet und behalten sowohl den Spitzen- als auch den Breitensport im Blick“, lobte Bernhard. Peter Zettler, der für die Pressearbeit zuständig ist, charakterisierte in seiner Laudatio den gebürtigen Dortmunder als „Visionär mit westfälischer Sturheit und schwäbischer Bedächtigkeit“. Er gehe nicht im Eiltempo, sondern Schritt für Schritt und gründlich vor. Kaum sei die Siegerehrung vorbei, überlege er schon, was im nächsten Jahr zu verbessern sei – auch wenn es aussehe, als gebe es nichts zu verbessern. Und er sei sich bei der von Corona beeinflussten Veranstaltung 2021 nicht zu schade gewesen, im Eingangsbereich die Impfnachweise und die Temperatur von Spielern und Besuchern zu überprüfen.

Tennis-Cup startet am 4. August 2023

Trotz seiner 72 Jahre hat sich Peter Rohsmann noch keine Gedanken über den Rückzug gemacht. „Solange es Spaß macht und ich gesund bin, bleibe ich dabei“, sagt er. Natürlich gehen seine Gedanken zum Cup 2023 vom 4. bis zum 12. August, wenn es etwas zu feiern gilt: Zum 50-jährigen Bestehen des TSC Renningen findet die 25. Auflage des Jugend-Cups statt. „Dieses Doppel-Jubiläum wollen wir umsetzen – nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern mit Event-Charakter, um auch ein nicht so tennisaffines Publikum zu erreichen“, kündigt er an.