Das Bürgerforum Lauchhau-Lauchäcker möchte ein Repair-Café eröffnen. Im Bürgerhaus gibt es eine gut ausgestattete Werkstatt, was noch fehlt, sind einige Experten aus den verschiedenen Gewerken sowie Helfer, die das Ganze organisieren.

Vaihingen - Der Toaster funktioniert plötzlich nicht mehr, das Stuhlbein wackelt, der schöne Pullover hat ein kleines Loch – alle diese Dinge wegschmeißen? Das muss nicht sein, findet Dirk Fetzer, der Vizevorsitzende des Bürgerforum Lauchhau-Lauchäcker. „Aus ökologischen Gesichtspunkten ergibt es keinen Sinn, Gegenstände wegzuwerfen, die man mit geringem Aufwand und Kosten im Centbereich reparieren könnte“, sagt er. Aus diesem Grund hat das Bürgerforum die Gründung eines Repair-Cafés angestoßen.

Dessen Prinzip ist einfach: In regelmäßigen Abständen treffen sich Experten und Laien an einem geeigneten Ort und reparieren gemeinschaftlich defekte Alltagsgegenstände. Die Veranstaltung ist nicht-kommerziell, soll heißen, die Helfer engagieren sich ehrenamtlich und unentgeltlich. Im Lauchblatt formuliert Dirk Fetzer es so: „Repair-Café heißt nicht kostenloser Reparatur-Service, sondern gemeinschaftlich organisierte Hilfe zur Selbsthilfe.“ In Stuttgart-West gibt es ein solches Repair-Café bereits. Das haben sich die Organisatoren kürzlich angeschaut, um sich Tipps zu holen. Die Situation dort sei genau umgekehrt wie im Lauchäcker, berichtet Fetzer. „Die haben Leute und keine Räume, wir haben die Räume und noch keine Leute.“ Er hofft aber, dass sich dies bald ändert.

Tüftler, Bastler und Experten gesucht

Beim Lauchfest Anfang Juli haben die Vereinsmitglieder um Mitmacher geworben. Mit Erfolg, wie Dirk Fetzer berichtet. Rund zehn Leute haben bereits ihr Interesse bekundet. Das reicht aber noch nicht. „Wir brauchen noch weitere Experten, die sich in den verschiedenen handwerklichen Bereichen auskennen“, sagt der 47-Jährige. Also im Reparieren von Haushaltsgeräten aller Art, Möbeln oder Textilien, Fahrräder, Spielzeug sowie Unterhaltungselektronik – was auch immer kaputt gehen und wieder instand gesetzt werden kann. Das Ziel sei es, einen Pool von Fachmännern zu haben, die sich von Veranstaltung zu Veranstaltung abwechseln. „Gut wäre es, nicht nur einen Experten zu haben, der sich mit Elektronik auskennt, sondern zwei oder drei“, sagt Fetzer. Damit bei jedem Repair-Café von jedem Gewerk immer ein Fachmann zugegen ist. „Die Werkstatt im Bürgerhaus ist für den handwerklichen Bedarf gut ausgestattet. Es fehlt noch ein wenig an Werkzeugen und Zubehör für das Reparieren von elektronischen Dingen. Sollte die Nachfrage danach kommen, werden wir das Nötige anschaffen“, sagt Dirk Fetzer.

Einmal im Monat oder im Quartal

Außerdem gesucht sind ehrenamtliche Helfer, die das Repair-Café organisieren: die Besucher empfangen und Wartenummern verteilen, Kaffee kochen, Neulingen das Repair-Café erklären. Der erste Termin soll nach den Sommerferien stattfinden, voraussichtlich an einem Samstag. Vier bis fünf Stunden Dauer sind zunächst eingeplant. Je nach Resonanz könne die Veranstaltung einmal im Monat oder einmal im Quartal angeboten werden. „Die ganze Sache muss langsam wachsen“, sagt Fetzer. Er ist überzeugt davon, dass sie eine Eigendynamik entwickeln wird.

Neben dem praktischen und finanziellen Nutzen wirbt der 47-Jährige außerdem für die menschliche Komponente eines Repair-Cafés: „Es stärkt das soziale Miteinander im Stadtbezirk. Man kann sich austauschen und lernt etwas dazu. Was kann es Besseres geben?“ Nicht zuletzt ist es gut für die Umwelt: Man vermeidet Müll und spart wertvolle Ressourcen.

Termin
Der erste Termin des Repair-Cafés, voraussichtlich nach den Sommerferien, wird auf der Internetseite des Bürgerforum unter www.buergerforum-lauchhau-lauchaecker sowie in unserer Zeitung bekannt gegeben.

Kontakt
Wer seine handwerklichen Fähigkeiten oder seine Hilfe für die Organisation zur Verfügung stellen möchte, meldet sich im Bürgerhaus Lauchhau-Lauchäcker, Meluner Straße 12, bei Gela Koschel oder Ursula Stübenrath unter der Telefonnummer 2 31 18 12 oder per E-Mail an buergerhaus@lauchaecker.de.

Prinzip
Das Repair-Café soll nicht-kommerziell aufgezogen werden, die Helfer arbeiten unentgeltlich.