Restauranttest in Stuttgart-Rotenberg Das Bistro an der Grabkapelle ist ein himmlischer Ort

Von Bettina Hartmann 

Nach der Corona-Pause testen wir wieder: Heute war unsere Kritikerin im 1819 Bistro am Wirtemberg. Unterhalb der Grabkapelle hat das Collegium Wirtemberg das Psalmisten-Häuschen gepachtet. Dort kann man nun bei einem Glas Wein und kleinen Speisen die wohl schönste Aussicht Stuttgarts genießen.

Perfekter Ort nach einem Spaziergang durch die Weinberge: das 1819 Bistro am Wirtemberg Foto: Lichtgut//Ferdinando Iannone 8 Bilder
Perfekter Ort nach einem Spaziergang durch die Weinberge: das 1819 Bistro am Wirtemberg Foto: Lichtgut//Ferdinando Iannone

Stuttgart - „Die Liebe höret nimmer auf“ prangt in großen Lettern an der Grabkapelle auf dem Württemberg – was für ein schöner Spruch. Wenn er dann noch vom Ehemann stammt, kann sich Frau glücklich schätzen. Schade nur, wenn der Liebesschwur nicht zu Lebzeiten kommt, sondern postum. Und wenn der Gatte eine gewisse Mitschuld am frühen Tod trägt. König Wilhelm I. (1781–1864) jedenfalls wollte nicht von seiner Geliebten lassen, weshalb ihm seine Frau Königin Katharina (1788–1819) verzweifelt ins Liebesnest nachfuhr, sich schwer erkältete und kurze Zeit später starb.

Wahrzeichen der ewigen Liebe

Trotzdem gilt die Grabkapelle inzwischen als Wahrzeichen für ewige Liebe. Und ist als schwäbisches Pendant zum weltberühmten Taj Mahal in Indien mindestens so beeindruckend. Weshalb das Mausoleum in Stuttgart-Rotenberg unzählige Besucher und Spaziergänger lockt.

Bisher gab es jedoch keine Möglichkeit, sich nach der Besichtigung des Denkmals oder nach einem Spaziergang durch die Weinberge in unmittelbarer Nähe zu stärken. Zum Glück hat die Stuttgarter Weingärtner-Genossenschaft Collegium Wirtemberg Abhilfe geschaffen. Sie pachtete das unterhalb der Kapelle gelegene Psalmistenhaus und eröffnete dort ein Bistro. 1819 heißt es – in Anlehnung an das Todesjahr der Königin. Geführt wird das rein auf Außenbewirtung ausgerichtete Lokal vom ambitionierten Jungwinzer und Collegiums-Mitglied Mathieu Bubeck sowie seiner Lebenspartnerin Ina Fischer.

Das Bistro ist eine Bereicherung

Klar ist: Man möchte das Bistro mit Selbstbedienung schon jetzt nicht mehr missen – es ist eine Bereicherung! Bietet es doch die wohl schönste Aussicht Stuttgarts. Bubeck und Fischer haben derweil ein auf regionale und saisonale Produkte zugeschnittenes, kleines Speisenangebot im Programm – Klassiker wie Wurstsalat (7,60 Euro) im Weckglas genauso wie eine vegane Rote-Bete-Maultasche mit Mango-Chutney im Brötchen (5,90 Euro). Keine kulinarische Offenbarung, aber solide. Eine tolle Sache: der wechselnde Mittagstisch für zehn Euro, mal bestehend aus einer sämigen Kürbissuppe oder auch mal aus einem Gemüsetörtchen samt Nachtisch und alkoholfreiem Getränk für zehn Euro (serviert donnerstags und freitags von 11.30 bis 14 Uhr). Richtig gut sind die Kuchen vom Bäcker Bayer aus Esslingen. Und klar, die Weine vom Collegium sowieso. Noch bis Anfang November kann man auf der himmlischen Terrasse ein Glas genießen – bei schönem Wetter auch etwas länger, heißt es von der Winzergenossenschaft. Die sogleich eine weitere gute Nachricht nachschiebt: Im Frühjahr geht es in die zweite Saison!

Service

1819 Bistro am Wirtemberg,
Württemberg Straße 340 A, 70327 Stuttgart-Rotenberg, Telefon 01 77 / 8 70 62  62. Geöffnet: Do bis So von 10 bis 18 Uhr (noch bis Anfang November, dann wieder ab 1. April 2021). www.1819bistro.de




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