Restauranttest in Winterbach Rostbraten trifft Rib Eye

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Thomas Busch ist herumgekommen, aber das Remstal ist seine Heimat. Jetzt kocht er im eigenen Lokal Buschle in Winterbach – und der Laden ist trotz der Konkurrenz oft proppenvoll.

Zwiebeln satt: Thomas Busch und Janina Franziskus Foto: Gottfried Stoppel
Zwiebeln satt: Thomas Busch und Janina Franziskus Foto: Gottfried Stoppel

Winterbach - Trotz großer Konkurrenz läuft das Buschle in Winterbach vom Fleck weg, also seit November, prächtig. Das mag an der verkehrsgünstigen Lage des Lokals an der B 29 liegen. Oder daran, dass viele Stammgäste mit Thomas Busch von Rudersberg hierhergewechselt sind. Oder aber einfach am stimmigen Konzept.

Thomas Busch – er hat im Lamm in Hebsack gelernt, war unter anderem bei Jörg Mink in der Linde in Möhringen – wagt den Spagat vom Rostbraten zum Rib Eye. Wer sich am Freitagabend im proppenvollen Gastraum umschaut, sieht, dass beides beim Publikum ankommt. So wie auch das moderne Wirtshausambiente mit blanken Tischen, darauf das Besteck im Bottich. Die Lederbänke wie auch die Bar hat Busch vom Vorgänger übernommen, Deko und Stammtisch sind neu.

Schnitzel aus der Pfanne

Wir starten schwäbisch mit einer kräftigen Maultaschensuppe (5,90 Euro) und einem sämigen Remstäler Schnecken­süpp­le (6,70 Euro), beide werden vom prompten Service im Weckglas aufgetragen. Wie es sich gehört, werden die Kässpätzle (11,90 Euro) jeden Tag frisch gemacht und sind schön „schlonzig“. Das Kalbsschnitzel (19,90) kommt aus der Pfanne; die Panade ist knusprig, das Fleisch zart. Dazu wird ein bunter Salat serviert. Das Mini-Tomahawk von der Aktionstafel ist ein „Träumchen“ – wäre es nicht so ein Riesenteil: ungefähr ein Kilo, natürlich mit Knochen. Außen hat das Steak kräftige Röstaromen, innen einen durchweg dunkelrosa Kern. Es ist so gut abgehangen und zubereitet, dass es fast auf der Zunge schmilzt. Und das für einen Aktionspreis von 39 Euro mit Soße und Beilage nach Wahl, zum Beispiel mit hausgemachter Pfefferrahmsoße und krossen Steakhouse-Pommes.

Die Weinkarte vereint Gewächse aus dem Remstal und der Welt. „Streitbar“ nennt Buschs Lebenspartnerin und Serviceleiterin Janina Franziskus die Kategorie, unter die etwa ein Kerner aus Kanada fällt. Unter den vielen glasweise angebotenen Tropfen sind auch ein süffiger Grauburgunder aus Rheinhessen und ein milder Silvaner aus Franken. Statt des Hugos gibt’s hier übrigens den Matthias (5,90 Euro) aus Remstaler Rosé-Schaumwein und Rotwein. Er entpuppt sich erst als eigenwilliger, dann aber höchst charmanter Kerl. So wie das Buschle.

Buschle

Die Bewertung:

Küche: 4,5 Sterne

Ambiente: 3,5 Sterne

Service: 3,5 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

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