Rettung des VfB Stuttgart Chapeau, Sebastian Hoeneß!
Der neue Trainer hat die VfB-Mannschaft rechtzeitig stabilisiert und sie über die Relegation ans rettende Ufer geführt. Ein Kraftakt, wie unser Autor Carlos Ubina meint.
Der neue Trainer hat die VfB-Mannschaft rechtzeitig stabilisiert und sie über die Relegation ans rettende Ufer geführt. Ein Kraftakt, wie unser Autor Carlos Ubina meint.
Geschafft. Der VfB Stuttgart hat sich ans rettende Ufer geschleppt. Eine weitere Saison in der Fußball-Bundesliga ist gesichert – und das ist am Ende das Verdienst von Sebastian Hoeneß. Man kann vor dem Kappenträger nur den Hut ziehen. Der 41-Jährige übernahm die VfB-Mannschaft Anfang April als Tabellenletzter, nun steht sie nach erfolgreicher Relegation über den Hamburger SV als eine Einheit da, die dem Druck standgehalten hat. Ein Kraftakt.
Die Hoeneß-Elf hat in den Entscheidungsspielen über den Ligaverbleib sogar ihr spielerisches Vermögen gezeigt. Sie war vor allem im Heimspiel um eine Klasse besser als der HSV. Weil es der Coach verstanden hat, die Spieler richtig anzusprechen, mit seiner stets gelebten Mischung aus Fokussierung und Lockerheit. Das hat den Stuttgartern gutgetan nach den körperlichen und mental anstrengenden Wochen unter Bruno Labbadia.
Dennoch bleibt festzuhalten: Der geschasste Trainer hat den VfB dank einer intensiven Wintervorbereitung ins Laufen gebracht. Sein Nachfolger Hoeneß hat ihr die Lust am Fußball zurückgegeben, da er diese Spielergeneration besser versteht. Handwerklich war dabei nicht mehr als das Offensichtliche zu tun: eine Umstellung auf Dreierabwehrkette und die Entscheidung, wichtige Spieler wie Waldemar Anton auf ihrer besten Position einzusetzen.
Diese einfachen Maßnahmen haben den Stuttgartern Stabilität verliehen. Jedenfalls genug, um im Saisonendspurt nicht in sich zusammenzubrechen. Der Blick für die passende Taktik half zudem. Vielen Beobachtern war der VfB in einigen Schlüsselbegegnungen nicht stürmisch und entschlossen genug, doch Hoeneß ist bei sich geblieben. Er hat sich nicht von außen treiben lassen, selbst nach der enttäuschenden Niederlage bei Hertha BSC nicht.
Der Erfolg gibt ihm und Fabian Wohlgemuth recht. Der Sportdirektor hat Hoeneß verpflichtet, mit dem Trainer soll Wohlgemuth die VfB-Mannschaft nun ein Stück weit umbauen. Denn bei allen individuellen Fähigkeiten ist sie vor allem durch ihre Wankelmütigkeit aufgefallen. Diese Schwäche gilt es abzustellen, um mit mehr Konstanz in der kommenden Saison ein drittes Jahr hintereinander im Abstiegskampf zu verhindern.