Rheinmetall, Hensoldt und Co. Ukraine-Krieg und Trump-Drohungen treiben Rüstungsaktien in die Höhe

Hensoldt-Werbung bei einer Messe in Las Vegas Foto: AFP/David McNew

Wehrtechnikunternehmen sind an der Börse begehrt. Der Anlass ist besorgniserregend: Anleger setzen auf erhöhten Aufrüstungsdruck – nicht zuletzt wegen Donald Trump.

Der Ukraine-Krieg und das unsichere geopolitische Umfeld haben zu einem Boom bei Aktien europäischer Rüstungsunternehmen geführt. Befürchtungen, dass die USA die Ukraine und Nato-Partner bei einer Wiederwahl von Ex-Präsident Donald Trump im Stich lassen und einen immensen Aufrüstungsbedarf in Europa auslösen könnten, fachten die Kursrallye zuletzt noch weiter an. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall klettert an der Börse von einem Rekordhoch zum nächsten.

 

Aktienkurse im Rallyemodus

Die Ankündigung von Unternehmenschef Armin Papperger, die Produktion drastisch zu erhöhen, ließ die Aktie am Dienstag weiter steigen. „Wir sind dabei, unsere Kapazitäten für Pulver, wie es unter anderem für die Treibladungen von Artilleriegeschossen benötigt wird, an einzelnen Standorten zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen“, sagte Papperger dem „Handelsblatt“.

Fast 290 Prozent Kursplus seit Kriegsausbruch

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 sind die Aktien von Rheinmetall um fast 290 Prozent gestiegen. Auch der italienische Rüstungskonzern Leonardo, die auf Verteidigungs- und Sicherheitselektronik spezialisierte Hensoldt AG aus Taufkirchen und der jüngst erst an der Börse gestartete Augsburger Panzergetriebehersteller Renk stehen hoch im Kurs.

„Sollten die USA die Ukraine fallen lassen, hätte dies gravierende Folgen für die Sicherheit Europas“, erklärt Experte Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Auf den Verbündeten wäre kein Verlass mehr, die Europäer müssten auf Kriegswirtschaft umstellen und massiv aufrüsten. „Die Aktienkurse der Wehrtechnikunternehmen deuten in diese Richtung.“

Trump droht, Nato-Partnern den Schutz zu verweigern

Donald Trump hatte am Wochenende mit Andeutungen für Aufsehen gesorgt, Nato-Partner mit zu geringen Verteidigungsausgaben im Ernstfall nicht vor Russland zu schützen.

Bislang ist Trump noch nicht offizieller Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei, doch er hat mit weitem Abstand die besten Chancen und gilt laut Umfragen derzeit als Favorit, sollte er erneut gegen Amtsinhaber Joe Biden von der Partei der Demokraten antreten.

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