Riesending-Schachthöhle Arzt kommt vorerst nicht weiter

Von SIR/dpa 

Seit Sonntag harrt der verletzte Höhlenforscher Johann W. in tausend Metern Tiefe in der Riesending-Schachthöhle aus. Jetzt soll er von einem Arzt untersucht werden. Aber der Mediziner aus Baden-Württemberg kommt nicht weiter. Sein Team muss in Biwak 3 ausruhen.

Mit Hubschraubern werden immer mehr Helfer an die Riesending-Schachthöhle gebracht. Foto: dpa 5 Bilder
Mit Hubschraubern werden immer mehr Helfer an die Riesending-Schachthöhle gebracht. Foto: dpa

Seit Sonntag harrt der verletzte Höhlenforscher Johannes W. in tausend Metern Tiefe in der Riesending-Schachthöhle aus. Jetzt soll er von einem Arzt untersucht werden. Aber der Mediziner aus Baden-Württemberg kommt nicht weiter. Sein Team muss in Biwak 3 ausruhen.

Marktschellenberg - Die Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden ist ins Stocken geraten. Ein Team mit einem Arzt konnte am Mittwochvormittag noch nicht zu dem schwer verletzten Höhlenforscher Johann W. in 1000 Metern Tiefe vordringen. Der Mediziner aus Baden-Württemberg und seine drei Begleiter seien in Biwak 3 etwa auf halber Höhe, sagte der stellvertretende Chef der Bergwacht Bayern, Stefan Schneider. Die Gruppe müsse ausruhen und komme derzeit nicht weiter.

Eine italienische Gruppe mit einem weiteren Arzt sei in die Höhle eingestiegen und soll bis zum Biwak 3 aufschließen.

Die Höhle sei extrem schwierig. „Für mich ist das die absolute Ausnahme, wenn da einer runterkommt.“ Zunächst hatten die Helfer gehofft, dass ein Mediziner den Verletzten am Mittwochmorgen erreichen könnte.

Schneider sagte, die ärztliche Untersuchung des Forschers werde ein „Meilenstein“ im Verlauf der Rettungsarbeiten sein. Nach der Untersuchung sei möglicherweise klarer, wann und wie der Aufstieg mit dem Verletzten in Angriff genommen werden könne. Momentan scheint der Zustand des Mannes unverändert stabil zu sein. Sobald der Mediziner grünes Licht gibt, kann der Transport des Patienten beginnen.

Italienisches Team bereitet Schächte vor

Unterdessen sind zwei Helferteams aus Italien in die Höhle eingestiegen, um die Schächte für den Aufstieg der Retter vorbereiten. Dabei werden Ausbaumaßnahmen ergriffen und beispielsweise weitere Seile angebracht.

Für den Aufstieg ist es nötig, dass Johann W. mithelfen kann - etwa gibt es eine Engstelle, die nur passierbar ist, wenn man den Kopf schräg legt und den Bauch einzieht. Unter anderem mit Hilfe von Flaschenzügen könnte er über senkrechte Stellen gebracht werden. Ob das sitzend oder in einem Bergesack möglich sein wird, ist offen. Ebenso unklar ist, wie er geborgen werden soll, falls er nicht aus eigener Kraft etwas tun kann.

Wetter als große Unbekannte

Nun hoffen alle, dass das Wetter die Aktion nicht behindert. Für die kommenden Tage ist Regen angekündigt. „Wir können auf Regen entsprechend reagieren, so dass die Retter nicht gefährdet werden“, sagte der Höhlenretter Nils Bräunig am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Berchtesgaden. Es gebe Rückzugsorte in der Höhle, falls Teilstrecken nicht mehr passierbar sein sollten. „Selbst bei starkem Regen wird es aber nicht so sein, dass einzelne Höhlenteile komplett überschwemmt werden.“

Der 52-jährige Verletzte harrt seit Tagen in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands aus. Er war am frühen Sonntag mit zwei Begleitern in rund 1000 Metern Tiefe unterwegs, als es zu einem Steinschlag kam. Dabei wurde er am Kopf schwer verletzt.

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