Ringen: SV Fellbach Titel Nummer zwei
Bei den deutschen Ringermeisterschaften der A-Jugendlichen hat Kevin Karl, 14, vom SV Fellbach souverän die Goldmedaille gewonnen. Sein Vereinskollege Jan Kunst, 16, belegte den fünften Rang.
Bei den deutschen Ringermeisterschaften der A-Jugendlichen hat Kevin Karl, 14, vom SV Fellbach souverän die Goldmedaille gewonnen. Sein Vereinskollege Jan Kunst, 16, belegte den fünften Rang.
Bei Meisterschaften zählt naturgemäß in erster Linie der Titel. Die Art und Weise, wie er errungen wird, ist eher nebensächlich, wenn mit einem Sieg nicht automatisch die Qualifikation für internationale Einsätze verbunden ist. Bei den am Wochenende im sächsischen Fraureuth ausgetragenen deutschen Ringermeisterschaften der A-Jugendlichen hat sich Kevin Karl vom SV Fellbach dennoch nachdrücklich für die kontinentalen Titelkämpfe empfohlen.
Die Art und Weise, wie der 14-jährige Spezialist für die Stilart griechisch-römisch in seinem ersten Jahr als A-Jugendlicher die größtenteils ältere, 25-köpfige Konkurrenz beherrscht hat, dürfte Bundestrainer Maik Bullmann stark beeindruckt haben. Sieben Auftritte auf der Matte hatte der letztjährige Titelträger der B-Jugendlichen und erreichte sieben Siege. Sechs davon gelangen ihm vorzeitig durch technische Überlegenheit. Keiner der sechs Opponenten erzielte auch nur einen Punkt gegen den von seinem Trainer Tariel Shavadze glänzend eingestellten Griffkünstler. Lediglich Anselm Felix vom TSV Kandern gelang bei seiner 1:4-Niederlage ein Zähler gegen Kevin Karl. „Es war der erste Kampf an diesem Tag, deshalb habe ich auf Sicherheit gerungen“, sagte der Athlet vom SV Fellbach nach dem Wettkampf. Folglich stehen beeindruckende 54:1 technische Punkte für ihn in der Ergebnisliste.
Zwei Wochen zuvor, beim Grand Prix im tschechischen Chomutov, war es noch nicht ganz so rund gelaufen. Bei dem stark besetzten internationalen Turnier hatte Kevin Karl lediglich den achten Platz belegt. „Dieser Wettkampf hat uns viel gebracht. Danach haben wir an den Fehlern gearbeitet“, sagte Tariel Shavadze über die anschließend noch gezieltere Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften.
Dazu gehörte auch eine Diät vor dem Wettkampf. „Zwei bis drei Tage musste ich etwas runter mit dem Gewicht“, sagte der Schüler der Schorndorfer Gottlieb-Daimler-Realschule, der üblicherweise 66,5 Kilogramm wiegt. Zu heftiges Gewichtmachen ist jedoch nicht zu empfehlen, denn vor jedem der drei Wettkampftage mussten die 152 Kämpfer erneut auf die Waage.
Unter ihnen war in Jan Kunst ein zweiter Ringer vom SV Fellbach. Drei Tage vor seinem 17. Geburtstag erreichte er in der Gewichtsklasse bis 51 Kilogramm den fünften Platz. „Er hatte Pech“, kommentierte Tariel Shavadze das Abschneiden des auch im Freistil versierten Fellbachers. Jan Kunst hatte die stärkere der beiden Gruppen erwischt, in der unter anderen der mehrfache deutsche Meister Lukas Benzing (SV Triberg) Gold gewann. Hinzu kam eine unglückliche Auftaktniederlage gegen Erik Wagner, als Jan Kunst klar in Führung liegend in die sogenannte gefährliche Lage geriet. Fast eine halbe Minute hielt er die Brücke, um eine Schulterniederlage abzuwenden, bis er drei Sekunden vor Kampfende doch nachgeben musste.
Außer den beiden aktuellen Ringern des SVF waren auch drei ehemalige Fellbacher Sportler am Start. Yassin Biltaev belegte in der Klasse bis 71 Kilogramm den zweiten Platz, Leon Dolinger (bis 110 Kilogramm) wurde ebenfalls Zweiter, und Daniel Göring (bis 71 Kilogramm) landete auf den zehnten Platz.
Bei den zeitgleich in Hösbach ausgetragenen Meisterschaften der A-Jugendlichen im Freistil erzielte der für den SVF in der Oberliga ringende Jan Madejczyk im Trikot des KSC Motor Jena den sechsten Platz unter 35 Startern der Klasse bis 65 Kilogramm.