Riva in Backnang Zehn Prozent kommen jetzt mit dem Fahrrad

Riva-Chef Hermann Püttmer (links) zeigt Verkehrsminister Hermann den neuen umweltfreundlichen Fuhrpark. Foto: Frank Eppler
Riva-Chef Hermann Püttmer (links) zeigt Verkehrsminister Hermann den neuen umweltfreundlichen Fuhrpark. Foto: Frank Eppler

Die Firma Riva Engineering macht bei dem Projekt Bike & Work mit und schafft 30 Pedelecs samt Spezialhelm und Ladestation für ihre Mitarbeiter an. Der Verkehrsminister ist begeistert.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Backnang - Als der Landkreis Ende Juli zur Auftaktveranstaltung für die dritte Runde seines Fahrradförderprogramms (siehe „Mobil mit Bike & Work) lud, hatte einer der Teilnehmer schon weit mehr als seine Hausaufgaben gemacht und 30 hochwertige und individuell gefertigte E-Bikes bestellt. Am Mittwoch sind sie samt Ladestationen und Fahrradständern auf dem Gelände der Firma Riva Engineering in Backnang ihrer Bestimmung übergeben worden. Der Verkehrsminister Winfried Hermann, Landrat Richard Sigel und der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper kamen als Ehrengäste und lobten die Anschaffung als Leuchtturmprojekt.

Wichtige Vorbildfunktion

„Ungewöhnlich und in dieser Form in Baden-Württemberg bisher wohl einmalig“ – das Riva-Projekt ist ganz nach dem Geschmack des grünen Landesverkehrsministers. Ganz klar, räumt Winfried Hermann ein, Baden-Württemberg profitiere wirtschaftlich sehr von seinem Status als Autoland. Doch das Ganze habe auch seine Kehrseite: viel Verkehr, Staus und einen negativen Beitrag für das Klima. Zukunftsfähige Autos zu bauen, sei nicht die einzige Antwort, mit der man dieser Entwicklung entgegen wirken müsse. Auch der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und der Infrastruktur für umweltfreundliche Fortbewegungsmittel wie Fahrräder und Pedelecs sei wichtig. Die Firma Riva übernehme mit ihrem Projekt in dieser Hinsicht eine wichtige Vorbildfunktion.

Zu verdanken ist dies wohl Bernhard Pallas. Der IT-Leiter der Konstruktionsfirma für Großfassaden war von seinem Chef Hermann Püttmer unter der abstrakten Vorgabe „kümmere dich darum, dass jeder ein Fahrrad bekommt, der eines möchte“ mit dem Projekt beauftragt worden. Pallas klärte nicht nur den Bedarf in dem rund 300 Mitarbeiter starken Unternehmen, er sondierte auch das Feld potenzieller Lieferanten. Letztlich entschied er sich für eine Firma in Forst bei Bruchsal, die Fahrräder von der Rahmenhöhe über die Motorunterstützung bis zum Design nach den individuellen Wünschen ihrer Auftraggeber zusammenstellt.

Ladestation selbst konstruiert

So konnten die 30 fahrwilligen Mitarbeiter nun passgenaue, in Firmenfarben gehaltene 20-Gang-Fahrrädern mit zuschaltbarem Elektro-Mittelmotor in Empfang nehmen und darüber hinaus im gleichen Design einen E-Bike-Helm mit Beleuchtung und Visier, der in Rudersberg gefertigt wurde. Die Ladestationen, an denen der Strom für die E-Bikes gezapft werden kann, hat die Firma selbst konstruiert. Insgesamt ist laut Bernhard Pallas ein „hoher fünfstelliger Betrag“ investiert worden. Ganz kostenfrei ist das auch für die Mitarbeiter nicht. Sie müssen die Fahrräder mit monatlich einem Prozent des Anschaffungspreises versteuern. Aber das gilt für motorisierte Dienstfahrzeuge auch – in einem ungleich größeren Umfang.




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