Rocklegende in Winnenden Tony Martin und die Silver Horses galoppieren los

Die Zugpferde der Silver Horses: Gianluca Galli (links) und Tony Martin. Foto: Gottfried Stoppel
Die Zugpferde der Silver Horses: Gianluca Galli (links) und Tony Martin. Foto: Gottfried Stoppel

Sieben Jahre lang war Tony Martin Sänger von Black Sabbath. Mit „Headless Cross“ stieg er 1989 in die erste Liga der Rocksänger auf. Jetzt kommt er mit der Band Silver Horses zurück.

Rems-Murr: Thomas Schwarz (hsw)
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Winnenden - Jemanden aus Birmingham in Manchester zu verorten, dass ist ungefähr so, als ob man einen Badener als Württemberger bezeichnet – oder umgekehrt. „Nein, aus Birmingham“, ruft Tony Martin entsetzt, als der unbedarfte Mensch von der Tagespresse ihn arglos fragt, er lebe doch in Manchester. „Wehe, das steht nachher falsch in der Zeitung“, sagt er und funkelt in gespieltem Zorn mit den Augen. Und Gianluca Galli lacht, bis er nach Mailand verfrachtet wird. „Nein, ich stamme aus Siena“, sagt der Gitarrist, der zusammen mit Tony Martin die Band Silver Horses repräsentiert. Beide kann man getrost als Zugpferde der Formation bezeichnen.

Zur Preproduction wurden Musikdateien per Internet verschickt

Jetzt kommt das Debut-Album der Gruppe auf den Markt. Eigentlich ist es ein Re-Release, denn die Platte wurde bereits im Jahr 2013 fertiggestellt. Bloß gab es damals Krach in der Band, was den Start zum Fehlstart werden ließ. Doch der Sänger und der Gitarrist ließen sich nicht beirren, feilten nochmals und jetzt kommt „Silver Horses remastered“, wie das Album schlicht heißt, auf den Markt.

Produziert wurde die Platte in Florenz, wo sich die Musiker mehrmals trafen. In Zeiten des Internets konnte jedoch auch vom jeweiligen Zuhause aus gearbeitet werden. „Wir haben uns die Musikdateien, Texte und Arrangements zur Preproduction gegenseitig hin und her geschickt“, so Gianluca Galli.

Und so gaben sich jetzt in Winnenden führende Heavy-Metal-Magazine die Klinke in die Hand, denn am 10. Juni erscheint das Album. Ein Interview mit dem früheren Black-Sabbath-Mitglied Tony Martin, der sieben Jahre lang die Stimme der Kultband war, lockte Journalisten von „Metal Hammer“, „Breakout“ , „Rockhard“ und anderen in die Räume des Plattenlabels „7us“ an der Alfred-Kärcher-Straße. Sieben Interviews in Folge absolvieren die beiden Musiker. Und das in einer Gelassenheit und mit so guter Laune, dass immer wieder Gelächter aus dem Besprechungsraum drang, in dem Hans Derers Schallplattensammlung eine komplette Wand einnimmt.

Mit „Headless Cross“ in die erste Liga aufgestiegen

Der Winnender Musikverleger und Promoter kann es fast nicht fassen, was für einen Auflauf die Veröffentlichung in der Heavy-Metal-Szene ausgelöst hat. „Da haben sich halt drei der besten italienischen Rockvirtuosen mit einer Rocklegende aus England zusammengetan.“ Gemeint sind neben Gianluca Galli der Drummer Matteo Bonini und der Bassist Andrea Castelli. Diese hatten zusammen einige Songs geschrieben. Als Tony Martin davon erfuhr, stieg er mit ein und Silver Horses wurde geboren. Deren Stil kann man als geradlnigen Rock bezeichnen. „Es ist Rockmusik wie sie in den 70er-Jahren gemacht wurde“, sagt Tony Martin. „Das ist die Zeit, die mich am meisten geprägt hat“, meint der 59-Jährige, der mit dem Black-Sabbath-Album „Headless Cross“ (1989) in die oberste Liga der Rocksänger aufstieg.

Der Besuch in der Gegend wurde denn auch gleich genutzt, um deutschen Musikern die Ehre zu erweisen. So erhielt Normahl, die älteste Deutschpunkband, aus Martins Händen im Schorndorfer Club Manufaktur einen silbernen und einen platinen Impala-Award, dem Preis der Independent Music Companies Association, für ihr Lebens werk. Übrigens: Black Sabbath war eine der ersten Bands, die in der Manufaktur auftraten – neben Emerson, Lake & Palmer, Uriah Heep, Brian Auger & The Trinity, Mott the Hoople oder Jeff Beck.




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