Roland Baisch, der Elder Statesman der Comedy Wie man andere Menschen zum Lachen bringt

Von Uwe Bogen 

In seinem neuen Programm blickt Roland Baisch nach 40 Bühnenjahren zurück zum Entertainment der Zukunft. Uns hat er verraten, was er jungen Talenten empfiehlt und wie man andere Menschen zum Lachen bringt.

Seine ersten Texte hat Roland Baisch noch auf der Schreibmaschine getoppt. Foto: factum/Granville
Seine ersten Texte hat Roland Baisch noch auf der Schreibmaschine getoppt. Foto: factum/Granville

Stuttgart - Mit 65 Jahren ist ein Alter erreicht, in dem man nach vorne schauen sollte: Was kommt noch? Soll man die Karriere nur noch den Kindern überlassen oder noch mal selbst was reißen? In Zeiten, da US-Präsidenten und Ministerpräsidenten mit 70 plus Vollgas geben, ist der Begriff vom alten Eisen so was von altbacken. Vom Erfahrungsschatz der Älteren lässt sich profitieren. Roland Baisch, der Elder Statesman des deutschen Entertainments, wird bald 65 Jahre alt. Höchste Zeit, bei der Rückschau nach vorn zu blicken. „Wie haben Sie das gemacht, Herr Baisch?“ – so heißt sein neues Programm, das an diesem Donnerstag, 20. Juni, 20 Uhr, Premiere im Theaterhaus feiert.

Es geht um seine Lehren nach über 4000 Shows als Komiker, Musiker und Schauspieler auf den Straßen vieler Länder, in Funk und Fernsehen, auf großen und kleinen Bühnen – ausverkauft und ausgebuht, gefeiert, geteert und mit Preisen geehrt. Da fragen wir ihn doch gleich mal: „Was ist die Voraussetzung, um Entertainer zu werden, Herr Baisch?“ Seine Antwort: „Man sollte einen guten Anzug tragen können und halbwegs elegant singend eine Showtreppe herunterschreiten können, ohne sich etwas zu brechen. Daran ist schon so mancher gescheitert. Auch nüchtern.“ Rückfrage: „Braucht man kein Talent?“ Herr Baisch denkt nach, ehe er sagt: „Es hilft, wenn ein gewisses Talent vorhanden ist. Aber Übung ist genauso wichtig. Es ist sogar so: Zu großes Talent zu besitzen, das habe ich bei anderen erlebt, macht oft faul und überheblich.“

Er schrieb Texte für Harald Schmidt

Seine Karriere hat der Mann aus Korntal 1976 als Schauspieler begonnen. Ausgebildet in Amsterdam und Hamburg, ging er ans Staatstheater Braunschweig. Danach kehrte Baisch in seine Heimat Stuttgart zurück und zählte 1979 zu den Gründern des Scherbentheaters. Er begann, eigene Stücke zu entwickeln. Seine Touren führten ihn von Europa über Afrika bis in die USA. 1992 entstand die irre Comedytruppe Shy Guys. Nebenbei schrieb er Musicals wie „Rats“, Countrysongs und Gags für Harald Schmidt. Mitte der 1990er war der „graue Star“ Darsteller in der „Comedy Factory“ von Pro 7.

In seiner neuen Show, mit der er zurück zum Entertainment der Zukunft blickt, fängt er thematisch mit seiner Geburt an und schreitet voran bis weit über die Gegenwart hinaus. „Dazwischen singe ich mit schöner Stimme die wichtigsten Lieder meines Lebens und treffe Menschen auf der Bühne, die meine Karriere beeinflusst haben“, verrät er.

Ein weiser Mann, der eine Rampensau bleibt, ganz egal, wie alt er ist, müsste der Jugend was mit auf den Weg geben. Baisch kann dies: „Mein Rat ist, durchhalten, sich am Leben freuen und weitermachen, solange es geht. Vor allem: sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Ach ja, und man sollte sich so gut wie es geht von Idioten fernhalten.“

Roland Baisch, am Piano begleitet von Clemens Winterhalter, ist mit dem neuen Programm „Wie haben Sie das gemacht, Herr Baisch?“ am 20., 21. und 22. Juni, jeweils um 20 Uhr, im Theaterhaus. Karten unter 07 11 / 4 02 07 20 oder online.
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