Rolf-Zuckowski-Musik Die Weihnachtsbäckerei im Frühjahr? Sieben Durchhalteparolen

Von Julia Marre 

Kindern ist es egal, ob gerade Weihnachtszeit ist oder nicht. Sie lieben das Lied von der Weihnachtsbäckerei. Sieben Argumente, wie Eltern sich die Dauerschleife im Kinderzimmer schön reden können.

„Wie schön, dass du geboren bist“ – Rolf Zuckowski ist für einige Hits verantwortlich. Foto: dpa
„Wie schön, dass du geboren bist“ – Rolf Zuckowski ist für einige Hits verantwortlich. Foto: dpa

Stuttgart - Seine „Weihnachtsbäckerei“ klingt noch nach. Warum es gar nicht schlimm ist, wenn die Musik von Rolf Zuckowski jetzt noch läuft.

1. Vorfreude statt kalter Entzug

Wochenlang haben Ihre Kinder die „Weihnachtsbäckerei“ gehört und gesungen und geliebt. Und bloß, weil Weihnachten lange vorbei ist, soll plötzlich Schluss damit sein? Für Kinder ist das kalter Entzug und schlimmer als Süßigkeiten-, Fernseh- und App-Verbot zusammen. Betrachten Sie die Angelegenheit doch mal von der anderen Seite: Wenn Sie jetzt vorsätzlich Ihre Kinder mit „Weihnachtsbäckerei“ oder „Dezemberträume“ beschallen, inszenieren Sie die längste Vorfreude der Welt. Und die ist bekanntlich die schönste Freude. Auch schon Monate im Voraus.

2. Der musikalische Aspekt

Es gibt Weihnachtslieder, die können Sie schon lange vor Weihnachten nicht mehr hören. „Alle Jahre wieder“ zum Beispiel. Ihre Kinder haben viel musikalischen Sachverstand, wenn ihnen Rolf Zuckowskis Weihnachtslieder nicht mehr aus dem Kopf gehen. Seien Sie doch mal ehrlich: Tatsächlich sind Rolfs Songs eindeutig die schöneren, verglichen mit all den anderen Gesängen.

3. Universell einsetzbar

Wer sagt denn, dass es immer Weihnachten sein muss?! Wenn Ihr Sohn lauthals den Rolf-Song „Bald ist das Warten vorbei, und das Fest beginnt . . .“ schmettert, hat er vielleicht schon Ostern im Kopf. Denn Rolf Zuckowskis Lieder sind tatsächlich universell einsetzbar: So mutiert „Danke lieber Tannenbaum“ kinderleicht zur Hymne für den Waldspaziergang. „Was bringt der Dezember“ kann prima umgedichtet werden auf „Was bringt der September“. „Morgen kommt der Nikolaus“ reimt sich auf „Morgen kommt der Opa Klaus“. Optimieren Sie Ihre Lyrik-Kenntnisse und improvisieren Sie, was das Zeug hält.

4. Die Kinderstimmen

Kinder stehen eben total auf Lieder, die andere Kinder singen (na ja . . . oder Judith Holofernes). Sie erinnern sich vielleicht noch an die „Ministars“-Kassetten, die Sie selbst Ende der 1980er Jahre pausenlos gehört haben?! So viele angenehme, von Kindern gesungene Lieder gibt es leider nicht – da sind die Alben von Rolf und seinen Freunden eben ein qualitativ hochwertiger Leuchtturm, der sich nicht so leicht umschiffen lässt.

5. Der unendliche Zauber

Mal ehrlich: Wenn Ihre Kinder im Januar, Februar und März noch immer den Zauber der Weihnachtszeit zurücksehnen, ist das doch ein schönes Kompliment. Denn als Mutter oder Vater haben Sie Ihrem Nachwuchs offenbar besinnliche und unvergessliche Adventswochen arrangiert. Jackpot. Und Rolfs Musik ist eben das beste Indiz dafür.

6. Und sonst so?

Genau das ist ja das Problem. Was ist schon eine echte Kinderlieder-Alternative? Ein paar schöne Sachen gibt es noch, die es lohnt, den Kindern ans Herz zu legen (und die beim „Weihnachtsbäckerei“-Entzug helfen können). „Eule findet den Beat“ zum Beispiel. Die Liedermacher-Sampler „Unter meinem Bett“ oder ein paar Singer-Songwriter-Interpretationen klassischer Kinderlieder, beispielsweise von Heike Makatsch. Meist aber ist Musik für Kinder immer noch Hei-ti-tei-Trallala-Frohsinn, den niemand ernsthaft mögen kann. Schon gar nicht die Eltern.

7. Verjüngungskur

Das beste Argument allerdings, warum auch Sie sich freuen sollten, wenn Ihre Kinder gern die „Weihnachtsbäckerei“ im Frühjahr singen: Die Musik wirkt wie eine Verjüngungskur. Das Anti-Aging-Prinzip für den Kopf macht nicht nur fröhlich, weil gemeinsames Singen dies bekanntlich tut. Nein, es weckt auch noch Erinnerungen. An die eigene Kindheit. Denn wie ich haben sicher auch Sie in der Weihnachtszeit Kekse, Kekse und Kekse gebacken, Teig und Teig und noch mehr Teig genascht, während im Kassettenspieler „Die Weihnachtsbäckerei“ dudelte. Auch Sie haben bei der Zeile „Sind die Finger rein? – du Schwein!“ verstohlen auf Ihre nicht ganz so sauberen Fingernägel geschielt und eine riesengroße Kleckerei veranstaltet.