Rückspiegel: Die Woche im Landkreis Esslingen Corona macht das Leben weiter schwer

Von Johannes M. Fischer 

In seinem Wochenrückblick stellt Johannes M. Fischer fest, dass überall irgendwie der Wurm drin ist. Es geht um Corona, den Tod einer bekannten Persönlichkeit und das Entschuldigungsschreiben eines Oberbürgermeisters.

Das Corona-Thema verschwindet einfach nicht aus dem Alltag. Foto: dpa/Christoph Schmidt
Das Corona-Thema verschwindet einfach nicht aus dem Alltag. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Esslingen - Es gab schon schönere Wochen für die Menschen im Landkreis Esslingen. Irgendwie sei der Wurm drin, sagte mir neulich ein Kollege auf dem Treppenaufgang. Er bezog das auf sein eigenes Umfeld, aber es wäre auch eine gute Überschrift, wenn man sich das Geschehen in der Region ansieht.

Bereits zum Ende der vergangenen Woche fing es damit an, dass eine ganze Schulklasse in Neckartenzlingen in Quarantäne geschickt wurde, weil ein Schüler sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Das Thema Corona – die zweite Welle – drückt ohnehin auf die Stimmung. Der Landkreis ist auf keinem guten Weg und nähert sich einer kritischen Grenze. Erreicht er sie, werden die Maßnahmen wieder verschärft.

Tragisch war der Tod des Eberspächer-Chefs Heinrich Baumann, nicht nur für Mitarbeiter, Geschäftspartner, Kunden und seine Familie. Die große und weit über Esslingen bekannte Unternehmerpersönlichkeit starb auf einer Bergwanderung an Herzversagen.

Wie bewegen wir uns im nächsten Jahrzehnt?

Ansonsten beschäftigen sich die Städte und Gemeinden ausgiebig mit dem Thema Mobilität, die sich in den kommenden Jahren voraussichtlich stark ändern wird. In Plochingen heißt das „Move 2035“, in Esslingen wäre der geeignete Titel eher „Zank und Streit“. An zwei Verkehrsthemen – einmal ging es um eine Radspur, ein anderes Mal um eine verkorkste Baustelle – entzündete sich ein Dialog, der mit einer verbalen Entgleisung des Oberbürgermeisters endete.

OB Jürgen Zieger (SPD) griff den CDU-Stadtrat Tim Hauser an und führte dabei ein biologisches Merkmal – nicht Hautfarbe, nicht Geschlecht, aber Alter – an. Hauser sei „ein bisschen zu nass hinter den Ohren“, um ihm die Welt erklären zu können. Nun hätte ja Hauser einfach „Ok, Boomer“ sagen können, aber die Reaktion fiel dann doch heftiger aus. Andere Gemeinderäte solidarisierten sich mit ihm.

Am Freitag entschuldigte sich Zieger in aller Form – eine gute Geste, die Größe zeigt. Auf diese Weise bekommt die Woche doch noch ein „Ende gut, alles gut“.




Unsere Empfehlung für Sie