Der Tübinger Oberbürgermeister wird sich nicht bei einer Urwahl im April der grünen Basis stellen. Es sieht so aus, als ob er als unabhängiger Kandidat bei der Wahl im Herbst antreten will.

Tübingen - Boris Palmer macht einen Rückzieher und versucht nicht, als Kandidat mit grünem Ticket ins Rennen um das Oberbürgermeisteramt im Herbst zu gehen. Der 49-Jährige wird sich nicht der Urwahl im April stellen, bei der die grünen Mitglieder ihren Favoriten finden wollen. Er könne sich wegen des „nun beginnenden Parteiausschlussverfahrens nicht am Nominierungsprozess beteiligen“, schreibt Palmer in einem Brief an die grüne Basis. „Es ist logisch und sachlich unmöglich, gleichzeitig ein Verfahren zur Nominierung und zum Ausschluss zu betreiben.“ Man könne als Kandidat seiner Partei nicht beides sein: „nominiert und ausgeschlossen“.

Palmer wird wohl als unabhängiger Kandidat antreten

Palmer hat sich noch nicht final zu einer dritten Kandidatur geäußert, es sieht aber so aus, als ob er als unabhängiger Kandidat antreten wird. Die Konkurrentin aus seinen eigenen Reihen könnte Ulrike Baumgärtner heißen. Die Ortsvorsteherin des Tübinger Stadtteils Weilheim und Kreisrätin der Grünen will sich bei der Urwahl die Unterstützung der Mitglieder sichern und als Nachfolgerin von Palmer ins Rathaus einziehen. Ob sie sich gegen den kommunalpolitisch erfolgreichen Amtsinhaber durchsetzen kann, wird vielfach bezweifelt.