Klettern, rutschen, Trampolin springen – das können Kinder bereits in der Kronprinzenstraße. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Die Freien Wähler fordern einen großen Spielplatz im Akademiegarten. Wie stehen die Chancen dafür? Und welche Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten gibt es jetzt schon in der Innenstadt, wenn Familien einkaufen gehen? Ein Überblick.
Ein „richtiger Spielplatz im Grünen mit Sandkasten, Klettergerüst, Schaukeln, Rutschbahnen, Wippen, Wasserspielgeräten“ – das wäre die Vision der Freien-Wähler-Fraktion für die Stuttgarter City. Auch einen idealen Standort haben die Rätinnen und Räte ausgemacht: „Am besten im Akademiegarten hinter dem Neuen Schloss“. Seit 2019 schon ist die Fraktion an dem Thema dran, denn: „Für Familien mit Kindern, die zum Einkaufen in die Innenstadt kommen, sind Spielflächen und Spielelemente eine wichtige und willkommene Abwechslung“.
Bei der Stadtverwaltung rennen die Freien Wähler damit offene Türen ein. Eigentlich. Schon 2020 antwortete diese der Fraktion auf einen entsprechenden Antrag, dass man das Bestreben für „einen großen und attraktiven Kinderspielplatz in der Stuttgarter Innenstadt“ unterstütze. „Die Notwendigkeit und defizitäre Situation hinsichtlich Spielmöglichkeiten in der City sind der Stadtverwaltung bekannt.“ Allerdings wies die Stadt schon damals darauf hin, dass der „denkmalgeschützte und historisch wertvolle Schlossgarten“ für einen großen Spielplatz „nicht zur Verfügung“ stehe.
Großer Spielplatz lässt auf sich warten
Dafür machte die Verwaltung vier andere Flächen aus, wo Spielangebote und Bewegungsflächen geschaffen werden könnten: Den kleinen Schlossplatz, den Bereich des Oberen Schlossgartens in der Nähe des Hotels am Schlossgarten, den Akademiegarten in der Nähe der Kreuzung Konrad-Adenauer-Straße und Richard-von-Weizsäcker-Planie, sowie die Kronprinzenstraße zwischen Fastnachtbrunnen und der Kreuzung Lange Straße. Entstanden ist an diesen Punkten in den vergangenen drei Jahren allerdings nichts Dauerhaftes, weshalb die Freien Wähler ihren Antrag noch einmal erneuert haben und die Verwaltung auffordern, zu erklären, wie der Stand der Dinge ist.
Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt die Stadt nun, dass die Flächen in Schlossgarten und Akademiegarten Eigentum des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg sind. Mehrere Versuche, mit dem Land über Spielgeräte dort ins Gespräch zu kommen, hätten „bisher zu keinem Erfolg geführt“. In der Kronprinzenstraße werde es noch einige Jahre dauern, bis der anvisierte Bereich für Fußgänger freigegeben werde und dann umgestaltet werden kann. Und auf dem Kleinen Schlossplatz habe die Verwaltung im Rahmen des Projekts „Mein Schlossplatz“ der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft unter anderem Teqball- und Tischtennisplatten aufgestellt.
Andere Spiel-Möglichkeiten in der City
Die Verwaltung stellt fest, „dass bedauerlicherweise trotz des bestehenden hohen Nutzungsdrucks in der City keine langfristige Umsetzung eines Kinderspielplatzes in naher Zukunft absehbar ist“. Umso wichtiger seien temporäre Projekte wie „Mein Schlossplatz“, das in den vergangenen zwei Jahren im Frühjahr und Sommer stattfand.
Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass es in der City fußläufig rund um die Einkaufsmeilen einige Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche gibt, zu spielen und sich auszutoben. Ein Überblick:
Öschi (Urban Sports Area am Österreichischen Platz)
Auf dem Öschi am Österreichischen Platz kann man sich austoben. Foto: Stadt Stuttgart/Stadt Stuttgart.
Tischkicker, Pumptrack, Boulderwand, Soccer Court für Kinder und Jugendliche – das bietet der so genannte Öschi, eine „Urban Sports Area“ am Österreichischen Platz, die Ende Juni 2023 eröffnet hat. Die Fläche wird vormittags vor allem von Kitas, Schulen und Jugendhäusern der Umgebung genutzt, nachmittags steht sie für alle offen. Eine Betreuung vor Ort macht Angebote und verleiht auch Helme, Fahrräder und Tischtennisschläger. Informationen und Termine gibt es hier https://www.stuttgart-bewegt-sich.de/entdecke/oeschi
Spielpunkte
Nicht nur auf der Königstraße gibt es einzelne Spielgeräte. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Einzelne Spiel- und Bewegungsgeräte gibt es an verschiedenen Stellen in der Innenstadt. Die Stadt listet folgende Standorte auf: Moserstraße, Pierre-Pflimlin-Platz, Büchsenstraße und Königstraße. In der Königstraße stehen die Wippen und Schaukelgeräte an verschiedenen Stellen auf dem Mittelstreifen unter den Bäumen.
Spielplatz Kronprinzstraße
Der Spielplatz Kronprinzenstraße bietet ein großes Klettergerüst und Rutsche. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Entlang der Kronprinzenstraße, zwischen Gymnasium- und Kienestraße, stehen mehrere Spielgeräte, unter anderem ein großes Klettergerüst samt Rutsche. Außerdem gibt es mehrere Trampoline im Schatten großer Bäume und Sitzgelegenheiten für die Eltern. Die Stadt will in einigen Jahren auch den östlichen Bereich der Kronprinzenstraße „bewegungsfördernd“ umgestalten.
Spielplatz Gerber-/Nesenbachstraße
Ruhig gelegen: Der Spielplatz in der Nesenbachstraße. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Nicht weit vom Gerber und der Tübingerstraße liegt der Spielplatz Gerber-/Nesenbach. Er bietet einen Turm mit Rutsche und Klettergerüste. Durch die Lage in der kleinen Nesenbachstraße bietet der Spielplatz eine ruhige Auszeit vom Trubel der Einkaufsmeilen.
Bolzplätze, Skateanlagen
Bolzplatz mit Kunstrasen an der Katharinenstraße. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Im Leonhardsviertel gibt es ebenfalls Platz zum Bewegen und Spielen. Rund um das Züblin-Parkhaus, entlang der Katharinen- und Pfarrstraße, gibt es einen Bolzplatz mit Kunstrasen und Spielgeräte.
Ebenfalls beim Züblin-Parkhaus liegt diese Skateanlage. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Direkt anschließend, am Leonhardsplatz, liegt ein Skateplatz, unter anderem mit Treppen und Rampen. Ein Stück weiter, zwischen Brenner- und Wagnerstraße kann man außerdem ebenfalls bolzen und Basketball spielen.