S-21-Demo Entschädigung für Opfer

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In 19 Fällen fließen Schadenersatz und Schmerzensgeld an Verletzte des Schwarzen Donnerstags.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann entschuldigte sich bei den Opfern. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Ministerpräsident Winfried Kretschmann entschuldigte sich bei den Opfern. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Polizei überweist in diesen Tagen Geld an Demonstranten, die am 30. September 2010, dem Schwarzen Donnerstag, beim Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten verletzt worden sind. Insgesamt hätten 19 Personen Ansprüche geltend gemacht. Die Stuttgart-21-Gegner erhalten Schadenersatz – etwa wenn eine Brille zu Bruch gegangen – und Schmerzensgeld. Es fließen Summen von 300 bis etwa 1000 Euro für die Leichtverletzten. Bei den Schwerverletzten soll es sich um mittlere und hohe fünfstellige Beträge handeln. Die genaue Summe nennt die Polizei nicht.

Kretschmann entschuldigte sich bei den Opfern

Zu den Schwerverletzten gehört auch der Stuttgarter Rentner Dietrich Wagner, der am 30. September vom Strahl eines Wasserwerfers am Kopf getroffen wurde und dadurch sein Augenlicht fast vollständig verlor. Die Fälle der Schwerverletzten sind laut der Polizei noch nicht beschieden, da die Unterlagen erst vor Kurzem eingegangen sind.

Den Polizeieinsatz am Schwarzen Donnerstag hatte das Stuttgarter Verwaltungsgericht im November 2015 für nicht rechtmäßig erklärt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Protest gegen Baumrodungen im Park für den Bau des Tiefbahnhofs eine Versammlung gewesen sei, die vom Grundgesetz besonders geschützt ist. Nach dem Urteil entschuldigten sich der Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Polizei bei den Opfern.

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