S-Bahn-Alltag im Selbstversuch Im Waggon ist viel Platz und draußen viel Gegend

Lokales: Thomas Durchdenwald (dud)
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Heiß und kalt – ziemlich unterschiedlich sind auch die Erfahrungen dieser S-Bahn-Fahrt. Zwischen Maichingen und Magstadt ist im Waggon viel Platz und draußen viel Gegend, an den Stationen Weilimdorf und Neuwirtshaus drängen Beschäftigte in die Wagen – die Bedeutung der S-Bahn für Berufstätige wird augenfällig. Und während man einmal in einem laut ruckelnden und sogar im Innern mit Graffitti verzierten Wagen der ehrwürdigen Baureihe ET 420 sitzt, schnurrt der neue ET 430 mit vornehmen Interieur, nerviger Ansage und modernem Monitor auf den Linien im Neckar- und im Remstal. Nur eines ist gleich. Hier wie dort warnt die sonore Stimme vom Band: „Bitte achten Sie beim Aussteigen auf die Höhe der Bahnsteigkante“. Nicht alles ist also neu beim neuen ET 430, oder: manchmal sieht er ziemlich alt aus.

Wer raus will, braucht Geduld

Zumal die neue S-Bahn im Betrieb mit weiteren Besonderheiten überrascht: bei offenen Türen piepst ein Warnton, der selbst einen Aschermittwochstrinker aus dem Tiefschlaf wecken würde; und wer aussteigen will, braucht Geduld: es dauert einige Sekunden, bis sich die Tür durch Knopfdruck öffnen lässt – die komplizierte Schließautomatik mit dem mittlerweile abgestellten Schiebetritt lässt grüßen.

Es ist früher Abend. Alle Anschlüsse haben geklappt. Der S-Bahn-Warner twittert kurz vor Esslingen neue Verspätungen: Die S 1 rollt vier Minuten der anvisierten Zeit hinterher, die anderen Linien drei Minuten – ein ganz normaler S-Bahn-Tag in der Region Stuttgart also. Neu ist aber die Erkenntnis: man sollte mal wieder zum Arzt gehen. Sie wissen schon, die Werte.




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