S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen Schallschutz für Anwohner des S-Bahnhofs

Bauarbeiten am S-Bahnhof Foto: Ines Rudel

Der Bebauungsplan für den künftigen S-Bahnhof Neuhausen wird ausgelegt. Ein Knackpunkt ist der Schallschutz für die Anwohner.

Reporterin: Elisabeth Maier (eli)

Ein zentraler Punkt bei der S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen ist der Schallschutz. „Neun Gebäude werden passiven Schutz brauchen“, sagte der Beigeordnete Rainer Däschler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Der Bebauungsplan für den Bahnhof und den Busbahnhof in Neuhausen ist auf der Zielgeraden. Der Gemeinderat brachte jetzt die öffentliche Auslegung des Entwurfs auf den Weg. Einen Monat lang haben Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden die Möglichkeit, das Planwerk im Rathaus einzusehen.

 

Die Vorarbeiten auf der Baustelle für den künftigen S-Bahnhof in Neuhausen laufen bereits auf Hochtouren. Den Schienenanschluss bauen die Stuttgarter Straßenbahnen für die Region Stuttgart. Die Planungshoheit für die Anlagen rund um den künftigen Bahnhof liegt bei der Gemeinde. Busbahnhof, Bahnhofsvorplatz und Unterführung werden von der Kommune geplant. „Für den Gesamtbereich haben das Büro Baldauf Architekten und das Ingenieurbüro ISTW ein städtebauliches Konzept erarbeitet“, erläuterte der Beigeordnete Rainer Däschler in der Sitzung im Rathaus der Fildergemeinde. Diese Pläne wurden bereits im Februar 2018 vorgestellt, blieben aber zunächst in der Schublade liegen, weil sich der Baubeginn der S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen immer wieder verzögerte.

Dringender Handlungsbedarf wegen Lärms

Da der künftige S-Bahnhof mitten im Ortsgebiet von Neuhausen liegt und sich das Areal nach dem Willen der Planer zum weiteren Zentrum entwickeln soll, ist der Schallschutz besonders herausfordernd. Schon bei der frühzeitigen Beteiligung zum Bebauungsplan kam der Hinweis, dass die Schallquellen Bahn und Straße zusammengefasst werden sollten. Eine schalltechnische Untersuchung hat das Büro Accon nun vorgelegt. „Die Expertise hat ergeben, dass da dringender Handlungsbedarf besteht“, sagt Däschler. Vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner nördlich des sogenannten Pfäffle-Kreisels werden nach seinen Worten passiven Schallschutz brauchen. Der Beigeordnete und sein Team haben die Betroffenen noch vor der Sitzung des Gemeinderats persönlich besucht, um sie über die Möglichkeiten zu informieren. Über diese frühzeitige Information seien die Menschen sehr dankbar gewesen. „Der passive Schallschutz wird von der Kommune bezahlt.“ Gabriele Probst (Initiative Grüne Liste) wollte wissen, welche Kosten da konkret auf die Gemeinde zukommen. Das lässt sich nach den Worten Däschlers allerdings noch nicht genau beziffern. Sobald der Bebauungsplan in trockenen Tüchern ist, haben die Anwohner die Möglichkeit, mit Fachingenieuren den Bedarf in ihren jeweiligen Häusern abzuklären. Das schalltechnische Gutachten von Accon hat ergeben, dass der Verkehr am künftigen Busbahnhof in Kombination mit den Schienenfahrzeugen, dem Straßen- und dem Flugverkehr die kritischen Lärmwerte überschreiten könnte. „Wir werden frühzeitig den passiven Schallschutz mit den Bürgerinnen und Bürgern planen“, sagte Rainer Däschler.

Ein Knoten für die Mobilität

Am neuen S-Endbahnhof in Neuhausen entsteht ein Mobilitätsknoten. Da will die Kommune Akzente für umweltfreundliche Fortbewegung setzen. Neben dem Schienenanschluss gibt es einen Busbahnhof, an dem Platz ist für vier Gelenkbusse und einen Minibus. Wichtig ist es den Planern, auch den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu ermöglichen. Im Gespräch sind ein Fahrradturm und Kurzzeitparkplätze. Mietfahrräder und Lademöglichkeiten für eigene E-Fahrräder sind ebenfalls angedacht. Dazu kommen Standplätze für Taxis. Außerdem hat sich in Neuhausen eine Initiative gegründet, die Carsharing etablieren will.

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