S-Bahn vorm Hauptbahnhof gestoppt Zug bleibt liegen, Fahrgäste steigen aus

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Eine S-Bahn stand auf dem Heimweg vom Frühlingsfest länger im Tunnel, als es notwendig gewesen wäre. Der Grund: Fahrgäste zogen aus Jux immer wieder die Notbremse. Die Polizei evakuierte die Bahn schließlich zu Fuß durch die Tunnelröhre.

Bei der Rückfahrt vom Frühlingsfest steigt am Dienstagabend die Polizei mit in die S-Bahn ein, da schon in Bad Cannstatt jemand die Notbremse zieht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Bei der Rückfahrt vom Frühlingsfest steigt am Dienstagabend die Polizei mit in die S-Bahn ein, da schon in Bad Cannstatt jemand die Notbremse zieht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Wegen einer Weichenstörung ist am Dienstag eine S-Bahn an der Haltestelle Hauptbahnhof liegen geblieben. Deswegen wurde eine weitere Bahn, die von Bad Cannstatt kam, auf der Tunnelrampe gestoppt. Sie hielt etwa 300 Meter vor der Haltestelle an. Diese Bahn sollte zurück auf das Gleisfeld fahren und dann an einen oberirdischen Bahnsteig des Hauptbahnhofs umgeleitet werden, erläuterte ein Bahn-Sprecher. Aufgrund des Verhaltens einiger Fahrgäste war dies jedoch nicht möglich. Unter den Passagieren, von denen viele vom Frühlingsfest kamen, waren offenbar ein paar Störenfriede. Sie zogen mehrfach die Notbremse und öffnete die Türen, so dass die Bahn nicht nach oben in den Hauptbahnhof gebracht werden konnte. „Mit offenen Türen oder gezogener Handbremse, die erst wieder umgestellt werden muss, kann man nicht losfahren“, so der Bahn-Sprecher. Die Passagiere hätten auf mehrere Durchsagen des Lokführers nicht reagiert. Nach einer Stunde habe die Bundespolizei die Fahrgäste daher zu Fuß zur Haltestelle gebracht.

Wegen der unruhigen Stimmung fährt die Polizei mit

Die Fahrt war auch vor dem Nothalt im Tunnel kurz vorm Hauptbahnhof unruhig gewesen. Zunächst habe die Bahn nicht abfahren können, da in Bad Cannstatt Personen auf den Gleisen waren – vermutlich ebenfalls Frühlingsfestbesucher. Dann habe jemand am Bahnhof Bad Cannstatt die Notbremse gezogen. Die Bahn konnte erst wieder weiterfahren, nachdem der Lokführer die Bremse zurückgestellt hatte. Die Bundespolizei ermittelt gegen die Täter, die bereits bekannt sind: „Da es bei der Abfahrt schon zum ersten Zwischenfall kam, fuhren Kräfte von uns mit in der Bahn. Sie konnten feststellen, wer die Bremse betätigt hat“, so die Polizeisprecherin.

Die Bahn konnte den Schaden an der Weiche noch in der Nacht beheben. Die Strecke war um 1.30 Uhr wieder frei. „Wir ließen die S-Bahn in Richtung Herrenberg am Hauptbahnhof lange warten, damit auch alle heimkamen“, so ein Bahn-Sprecher. An der Weiche war ein Relais ausgefallen, es konnte rasch ausgetauscht werden. Die kaputte Stelle war an einer Weiche nach der Haltestelle Hauptbahnhof in Fahrtrichtung Stadtmitte.

Der Vorfall erinnert an eine Evakuierung Mitte Februar in Vaihingen. Damals fielen mehrere S-Bahnen wegen eines Oberleitungsschadens aus, der Verkehr auf der Strecke zwischen der Schwabstraße und Vaihingen kam zum Erliegen. Einige Fahrgäste mussten durch den Tunnel bis zur Haltestelle Universität gehen.

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