S-Süd Noch mehr Kinderhaus geht nicht

Von Heike Armbruster 

Mit der jüngsten Erweiterung sind die Kapazitäten des Baus an der Bachwiesenstraße ausgeschöpft.

Monika Hülle (vorne links) leitet das Kinderhaus Bachwiesenstraße, in dem ein 40-köpfiges Team von  Herbst an 160 Kleinkinder betreut. Foto: Heike Armbruster
Monika Hülle (vorne links) leitet das Kinderhaus Bachwiesenstraße, in dem ein 40-köpfiges Team von Herbst an 160 Kleinkinder betreut. Foto: Heike Armbruster

S-Süd - Von September an sollen 160 Kinder in der Kindertagesstätte an der Bachwiesenstraße toben. Betreut werden sie in insgesamt zehn Gruppen. „Vor fünf Jahren sind wir mit 99 Kindern in sieben Gruppen gestartet, zwei Gruppen haben wir von der ehemaligen Weismann-Kita übernommen“, sagt Monika Hülle, die Leiterin der Einrichtung. Weil die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in der inklusiven Einrichtung so hoch ist, hat die Diakonie Stetten vor kurzem das Dachgeschoss ausgebaut und die Fassaden gedämmt, um das Betreuungsangebot ausbauen zu können. Damit allerdings sind die Kapazitäten des Gebäudes, das ursprünglich als Parkhaus geplant war, ausgeschöpft.

Ginge es allein nach der Warteliste des Kinderhauses, könnte die Diakonie Stetten das Konzept der inklusiven Kinderbetreuung noch einmal in einem ähnlich großen Gebäude im Süden verwirklichen. Die Eltern von 130 Kindern hoffen derzeit auf einen Betreuungsplatz an der Bachwiesenstraße. „Vorrangig nehmen wir Kinder aus Süd auf, Kinder mit Behinderungen aus ganz Stuttgart“, sagt Hülle. In jeder Gruppe haben etwa zehn Prozent der Kinder Behinderungen.

Nachdem das Gebäude fertig ist, steht nun die Fertigstellung des Außengeländes an. Ein Teil des Spielbereichs ist bereits umgestaltet. Der 2011 gegründete Förderverein des Kinderhauses sowie zahlreiche Eltern haben sich für die Grünfläche eingesetzt. „Ohne den Arbeitseinsatz der Eltern wäre das nicht machbar gewesen“, sagt Hülle. Auch neue Rutschen, eine Wasserpumpe und eine Kletterwand gehören zum umgestalteten Spielbereich.

Das Team soll bunt gemischt sein

Diese Errungenschaften hat das Kinderhaus der OSB AG zu verdanken. 20 Mitarbeiter des Entwicklungsdienstleisters für Elektrotechnik und Maschinenbau haben im Frühjahr bei einem sozialen Tag des Unternehmens an der Neugestaltung der Außenanlage mitgewirkt.

Die baulichen Veränderungen sind aber nicht die einzigen im Kinderhaus, auch personell vergrößert sich das Team. Von September an betreuen 40 Erzieher, Heilpädagogen, Kinderpfleger und Ergotherapeuten die Kleinkinder. So viele unterschiedliche Professionen zu koordinieren, ist für Monika Hülle einerseits eine Herausforderung. Andererseits erachtet sie die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Entwicklung der Kinder als befruchtend für die Zusammenarbeit. „So können wir die Eltern fachlich ganz anders beraten“, sagt Hülle. Zudem sei es im Kinderhaus dadurch möglich, auch Kinder zu betreuen, die zum Beispiel mit einer Sonde ernährt werden müssten. Um Familien von Kindern mit Behinderungen weiter zu entlasten, werden im Therapieraum der Einrichtung auch Stunden mit Logopäden und Physiotherapeuten angeboten.

Vielfalt zeichnet das Team des Kinderhauses nicht nur bei den beruflichen Kompetenzen aus. „Wir legen Wert auf eine gute Altersdurchmischung, auf männliche Fachkräfte und auf Erzieher mit Migrationshintergrund“, betont Hülle. Letzteres gilt auch vor dem Hintergrund, dass knapp 60 Prozent der Kinder, die an der Bachwiesenstraße betreut werden, einen Migrationshintergrund haben. Um den Bedarf an Fachkräften in ihren Einrichtungen zu decken, bietet die Diakonie Stetten an ihrer Akademie mittlerweile eine praxisintegrierte Ausbildung an. Das Angebot richtet sich auch an Quereinsteiger.

Für 2014 hat sich das Team des Kinderhauses inhaltliche Veränderungen zum Ziel gesetzt. „Wir möchten uns gerne Richtung Kinder- und Familienzentrum weiterentwickeln“, sagt Hülle. Sie meint damit, dass Familien zum Beispiel am Wochenende die Räume des Kinderhauses für Feiern mieten dürfen.

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