Sabotage in Aidlingen Unbekannte sägen Narrenbaum um

Vom Narrenbaum ist nur noch ein Baumstumpf übrig. Foto: Narrenzunft Aidbachhexen

Unbekannte haben den Narrenbaum auf dem Aidlinger Rathausvorplatz abgesägt. Nun sind die Narren narret – und ratlos.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

War es ein verfrühter Maischerz? Oder ein schlichter Fall von Sachbeschädigung? Warum der Aidlinger Narrenbaum am Wochenende umgesägt wurde, wird sich wohl so schnell nicht beantworten lassen. Tatsache ist aber, dass von dem vormaligen Christbaum vor dem Aidlinger Rathaus nur noch ein kleiner Stumpf übrig ist.

 

Ein gefährlicher „Scherz“

„Da hat sich anscheinend am Wochenende jemand einen Spaß erlaubt“, sagt Florian Breitling, der Vorsitzende der Aidbachhexen. Lustig findet Breitling das nicht – ebenso wenig wie die anderen Mitglieder der Aidlinger Narrenzünfte. Im Gegenteil: Die Narren sind richtig „narret“ über den zudem noch dilettantisch ausgeführten Sabotageakt: „Wer immer das war, konnte jedenfalls mit einer Säge nicht wirklich professionell umgehen“, kommentiert Breitling die kläglichen Überreste des zuvor so stolz in die Höhe ragenden Nadelbaums. So etwas sei doch auch gefährlich, meint der Vereinschef.

Bleibt der Stumpf aus Protest stehen?

„Wir werden uns jetzt mit den Vorständen zusammensetzen und uns überlegen, wie wir damit umgehen“, erklärt der Aidlinger Hexenmeister. Schließlich hat der Narrenbaum in Aidlingen eine langjährige Tradition. „Aus Nachhaltigkeitsgründen verwenden wir dafür immer den Christbaum auf dem Rathausplatz“ erklärt Florian Breitling. Bis auf die Spitze wird der Stamm dafür komplett entastet. Am „Schmotzigen Dorschtich“ hängen die diversen Zünfte dann zum Rathaussturm ihre Schilder daran und hissen eine Fahne zum Zeichen der närrischen Entmachtung des Gemeindeoberhaupts.

Daraus wird in diesem Jahr wohl nichts. Es sei denn, die Fasnetgruppen einigen sich darauf, einen Ersatz heranzuschaffen. „Die andere Alternative wäre, ob wir das einfach nur mit dem Stumpf machen – sozusagen aus Protest“, überlegt Breitling.

„Das kann ich mir kaum vorstellen“, meint jedoch Aidlingens Bürgermeister Ekkehard Fauth mit Blick auf den kaum 1,30 Meter großen Stumpf. „Der geht mir ja nur bis zum Bauchnabel“.

Weitere Themen