Saison 2023/24 Die Stuttgarter Oper setzt auf Offenheit

Der Ballettchoreograf Eric Gauthier wird erstmals einen Musiktheaterabend inszenieren: „La Fest“ mit barocker Musik. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Ob Strauss oder Lang, ob Weill oder Verdi – auch in der kommenden Saison heißt es in der Stutgarter Oper wieder: Neuland betreten!

Offenbar lässt das „Kraftwerk der Gefühle“ namens Oper auch nach der Pandemie die Menschen nicht kalt. Stattliche 97 Prozent beträgt die derzeitige Auslastung der Stuttgarter Staatsoper. Grund zur Freude für den Intendanten Viktor Schoner, der in seinem sechsten Jahr das Motto der neuen Saison, „Willkommen zu Hause im Littmann-Bau“, auch als Ausdruck seiner eigenen Gemütsverfassung versteht: „Wir haben keine Angst und fühlen uns wohl.“

 

Im Opernhaus kommen fünf Neuproduktionen auf die Bühne, die dem Stuttgarter Ruf als „Mekka des Regietheaters“ treu bleiben möchte. Erstmals wird der Ballettchoreograf Eric Gauthier einen Musiktheaterabend inszenieren: In „La Fest“ mit barocker Musik geht’s ums Feiern – mit Gesang und Tanz in der musikalischen Leitung des Barockspezialisten Benjamin Bayl. Richard Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“ wird der deutsch-französische Opernregisseur David Hermann in Szene setzen und den Plot dystopisch deuten. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Cornelius Meister.

Ein Pakt mit dem Teufel

Als Auftragskomposition wird die fünfaktige Oper „Dora“ von Bernhard Lang auf ein Libretto von Frank Witzel uraufgeführt. Es geht darin um eine Frau, die auf der Suche nach dem wahren Leben mit dem Teufel höchstpersönlich paktiert. Die Titelpartie singt Ensemblemitglied Josefin Feiler. Für die Regie ist Elisabeth Stöppler zuständig, für die musikalische Leitung Elena Schwarz.

Bertolt Brechts und Kurt Weills Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ wird von Ulrike Schwab inszeniert und von Cornelius Meister dirigiert. Zudem gibt es mit „Il trovatore“ eine weitere Verdi-Oper im Spielplan, die Paul-Georg Dittrich auf die Bühne bringt gemeinsam mit dem Dirigenten Antonello Manacorda. Ensemblemitglied Atalla Ayan wird in der Partie des Manrico debütieren. Zudem gibt’s 14 Wiederaufnahmen, darunter die legendäre Wieler-Morabito-Inszenierung von Bellinis „La sonnambula“ (die mit der Glasharfe).

Kooperatipnen mit dem Popbüro und Hip-Hop Open

Das Opernhaus solle „Heimat der diversen Stadtgesellschaften“ sein, so Schoner, weswegen man die Zusammenarbeit mit anderen Stuttgarter Institutionen wie dem Pop-Büro Region Stuttgart, dem Wizemann und den Hip-Hop Open ausweite und Künstler wie Peter Licht, Max Herre und Joy Denalane zu Special Events einlade. Denn neben der Repertoire- und Ensemble-Pflege und Neuproduktionen, geht es auch um die Öffnung des Hauses in Richtung Jugend und eine gute Vernetzung in der Stadt.

Die beiden neuen Leiter der Jungen Oper im Nord (Join), Keith Bernard Stonum und Martin Mutschler, setzen dementsprechend neben den beiden Musiktheaterpremieren („Icaro“ im November und „Fundbüro“ im Januar) auf die Mitarbeit von Kulturvereinen und Communitys: In Workshops und Performances geht es dann um die Themenschwerpunkte Herkunft, Identität, Geschlecht und Zukunft.

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