Salem Misstrauensvotum gegen Leiterin

Von Wolfgang Messner 

Vor Lehrern und Mitarbeitern des Eliteinternats macht die umstrittene Pädagogin Monika Zeyer-Müller keine gute Figur.

Die Ruhe trügt: In der Schule Schloss Salem stehen die Zeichen derzeit auf Sturm. Foto: ddp
Die Ruhe trügt: In der Schule Schloss Salem stehen die Zeichen derzeit auf Sturm. Foto: ddp
Salem - Monika Zeyer-Müller soll nicht Leiterin des Eliteinternats in Salem werden. Diese Forderung will der Betriebsrat an den Aufsichtsrat der Schule Schloss Salem stellen. Das Misstrauensvotum kam nach einer Mitarbeiterversammlung zustande, bei der die umstrittene Rektorin des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Schweinfurt sich den Fragen der Lehrer und Beschäftigten an der Schule Schloss Salem stellte. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Ein Sprecher Salems bestätigte zwar, ein "einhelliges Votum" des Betriebsversammlung. Die Entscheidung solle "aber nicht nach außen gehen". Das Ganze sei eine "interne Angelegenheit", so der Sprecher weiter.

Gut zweieinhalb Stunden hatte sich die 53-jährige Pädagogin den mehr als hundert Lehrern und Mitarbeitern des Eliteinternats in der Aula des Campus Härlen präsentiert und versucht, die öffentliche Kritik an ihrer Person zu entkräften. Nach Auffassung von Beobachtern ist ihr das nur unzureichend gelungen. So habe sie nicht schlüssig erklären können, warum es in Schweinfurt so große Kritik bei Schülern, Lehrern und Eltern an ihrer Art der Schulleitung gebe.

"Klima der Angst"


An dem mit 1700 Schülern größten Gymnasiums Bayerns hatten Schüler im Spätjahr 2009 gegen Missstände und bauliche Mängel sowie die offenkundig problematische Amtsführung von Zeyer-Müller protestiert. Ihr wird vorgeworfen, an dem Gymnasium ein "Klima der Angst" erzeugt zu haben.

Vorgehalten wird der Rektorin auch ihre fehlende Internatserfahrung, auch mangle es ihr an internationaler Ausrichtung. Auf Englisch gestellte Fragen beantwortete die Lehrerin für Deutsch und Englisch auf Deutsch. Den langjährigen Leiter Salems, Bernhard Bueb, nannte sie "den Herrn Büb". "Man merkte ihr an, dass sie stark unter Druck steht", sagte ein Beobachter. Monika Zeyer-Müller wollte ihren Auftritt nicht bewerten und verwies auf die Gremien. "Salem würde mich nicht zur Schulleiterin machen, wenn es da auch nur den geringsten Zweifel gäbe", hatte sie noch in der vergangenen Woche gesagt.

Der nach Beobachterangaben wenig souveräne Auftritt der designierten Leiterin veranlasste die Mitarbeiter ein klares Misstrauensvotum gegen Zeyer-Müllers Berufung zu verfassen. Nun soll sich der Vorstand des Internatsvereins damit befassen. Beide Gremien sind identisch. Am 30. März soll ein Gespräch mit Eltern stattfinden. Die Gremien gehen bereits auf vorsichtige Distanz zu Zeyer-Müller. Vorstandsmitglied Alfred Schefenacker sagte, man werde diese Gespräche und die weitere Entwicklung abwarten.

Gremien wurden nicht mit einbezogen


Der fünfköpfige Aufsichtsrat hatte sich am 5. März einstimmig für Monika Zeyer-Müller als neue Leiterin entschieden. Einen Tag später wurde die Entscheidung dem Internatsverein mitgeteilt. Einbezogen in den Berufungsprozess war nach StZ-Informationen nur noch der Elternbeiratsvorsitzende Markus Kirchgeorg, aber keine weiteren Gremien wie die Altsalemer Vereinigung.

Der Vorsitzende der Altsalemer Vereinigung, Robert Schöttle, hatte in einem Brief an den Vorstands- und Aufsichtsratschef des Trägervereins, Jochen Spethmann, sein Unverständnis zum Ausdruck gebracht und ihm einen Katalog mit 13 Fragen übersandt. Unter anderem will Schöttle wissen, ob es zutreffend sei, dass Monika Zeyer-Müller bereits eine Woche vor dem 6. März einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet hat, bei dem keine Probezeit vereinbart worden sei.

Die Personalberatungsfirma Spencer-Stuart soll für ihre Dienste angeblich 50.000 Euro erhalten haben. Vorstandsmitglied Schefenacker wollte diese Summe nicht bestätigen. Die Agentur habe ihre Dienste lediglich "pro bono" abgerechnet. Ansonsten seien nur noch Reisekosten angefallen.