Sanierte Anlage in Göppingen-Faurndau Kinder erobern sich Spielplatz zurück

Kinder fahren auf Tretrollern über einen Pumptrack, der zu den Attraktionen einer Anlage in Faurndau zählt. Im Hintergrund sind die Bauwerke des Spielplatzes zu erkennen. Foto: Sabine Ackermann

Die Stadt Göppingen hat eine Anlage in Faurndau saniert. Zu ihren Reizen zählen Bauten zum Klettern, ein Turm mit Rutsche und ein „Urbaum“. Ein Pumptrack ist nicht weit entfernt.

Langeweile? Die wird bei dieser wunderschönen und erlebnisreichen Ruinenromantik ganz sicher nicht aufkommen. Das haben die Kinder und Jugendlichen in der Wehrstraße in Faurndau bewiesen, indem sie mit Elan und Spaß „ihren“ neuen alten Spielplatz im Sturm eroberten. Platz, viel Platz gibt es hier für Kinder. Wir sind am Ortsrand, hinter der Böschung liegt der Kreisel mit den kunstvollen Kühen an der Südverbindung nach Göppingen, und der Platz ist der Ausläufer der lang gestreckten Siedlung, die mit Straßennamen noch an die einstige Papiermühle erinnert.

 

Alles wird ausprobiert, anwesende Eltern wissen ihren Nachwuchs im Kleinkinderspielbereich gut aufgehoben, auch deshalb, weil die überall verteilten Sitzpodeste zum Beobachten und Verweilen einladen. Skurril, sogar an urige Ständer für Taschen und Jacken wurde gedacht. Sandeln und Buddeln, Klettern und Balancieren oder die Murmelbahn testen, überall gibt es etwas Spannendes zu entdecken.

Klettermöglichkeiten für alle Altersstufen

„Wichtigstes Element ist der „Urbaum“ in der Mitte der Anlage“, erklärt Ute Eisele vom Referat Umweltschutz und Grünordnung der Stadt Göppingen, die seinerzeit die Entwurfsidee vorstellte und mit Baubürgermeisterin Eva Noller einen Rundgang machte. Daraus entwickelten sich Kletterstrukturen für Kinder aller Altersstufen, die ihre Motorik mit Spaß und Fantasie an zahlreichen Robinienstämmen, Seilen, Netzen und Plattformen trainieren können, so Ute Eisele.

Voll des Lobes ist Julian Krusch aus Albershausen, der mit seinen Söhnen Levi und Mati heute zufällig auf dem Spielplatz ist. „Da können sich andere Gemeinden eine Scheibe abschneiden.“

Während sich Leonie und Lara, sieben und zwei Jahre alt, intensiv mit der Murmelbahn beschäftigten, verrät ihre Mama Nadine Krauthäuser: „Wir kommen aus Donzdorf und wohnen direkt neben einem Spielplatz, aber der hier ist natürlich super, wir sind total begeistert.“

Riesenspaß bereitet außerdem der dreienhalb Meter hohe und transparent konzipierte Rutschen-Turm, dessen Aufstieg sich mittig in einem Netztunnel und Aufstiegsholmen über alle drei teils mit Sicherheitsnetz umsäumten drei Ebenen befindet und sich zusätzlich eine Seilbahn anschließt.

Graffiti-Wände fördern die Kreativität

Chillen in Hängematten? Weitsichtig, dass sich zwischen Spielplatz und Pumptrack ein eher ruhiger Treffpunkt im Schatten des bepflanzten Walls befindet, ein entspannter Rückzugsort für all jene, die sich nicht ins Getümmel stürzen wollen. Wer sich kreativ beschäftigen möchte, ist bei den Graffiti-Wänden gut aufgehoben und die aktiven Fahrer auf den Mountainbikes, Scootern oder Skateboards beeindrucken ja schon seit April 2018 auf der Pumptrack-Anlage, die es mit moderaten Hindernissen gleich mehrfach für unterschiedliche Altersgruppen gibt: Erdmodellierungen an den Grenzen machen die Bereiche für Anfänger und Fortgeschrittene besser erkennbar.

Und was ist anders auf dieser speziellen Bikestrecke? Durch Auf- und Abbewegungen bewegen sich Fahrer auf einem Pumptrack fort: Ohne dabei zu treten, baut man durch das Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit auf. „Auf die Strecke darf man nur mit Helm, Knie- und Ellenbogenschoner“, bekräftigt der Leiter des Jugendtreffs, Tobias Lutteroth, der viel Wert auf die Einhaltung der Regeln legt.

Die Neugestaltung des Spielplatzes als Gemeinschaftswerk

Unterstützung
 Mehrere Freiwillige haben bei der Neugestaltung des Spielplatzes mitgewirkt: Tobias Lutteroth und ein Team vom Jugendtreff, Kinder und Jugendliche aus der Umgebung sowie die Vereine „FrameBreakers“, Manuel Fröhlich und Robin Blum sowie der Verein „HopeBag“ – Hilfe zur Selbsthilfe.

Kosten
 Der Entwurf und die Umsetzung des ersten Bauabschnitts schlugen mit Kosten von insgesamt 140 000 Euro zu Buche. Ausgeführt hat die Arbeiten die Firma „Tollerei“ aus Uhingen-Sparwiesen. Die Fertigstellung des zweiten Abschnitts kostete noch mal 180 000 Euro. Diese Summe umfasst den Wegebau, die Spielgeräte und die Möblierung des Platzes. Außerdem gab es noch einen eintägigen Workshop für Kinder und Jugendliche.

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