Der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost hat der Freigabe von weiteren Planungsmitteln für die Sanierung und den Umbau der Villa Berg mit großer Mehrheit zugestimmt. Stimmt der Gemeinderat auch zu, können die Planer jetzt in einem Workshop diskutierte Einsparmöglichkeiten wie etwa den bisher vorgesehenen zweiten, kleinen Saal prüfen. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden erst im Herbst vorliegen. Dann wird der nach der Kommunalwahl am 9. Juni neu zusammengesetzte Gemeinderat über die Zukunft des Villa-Berg-Projektes entscheiden.
Die Planungsmittel hätten schon vor Weihnachten freigegeben werden sollen. Damals war im Gemeinderat aber Kritik an der Größe des Projekts und den damit verbundenen Kosten von aktuell rund 170 Millionen Euro aufgekommen. Daraufhin hatte der Planungsstab Villa Berg im Kulturamt einen Workshop organisiert, in dem Sparmöglichkeiten ausgelotet werden sollten.
Dieser Workshop hat nun stattgefunden. Teilnehmer waren unter anderem der Planungsstab, das Stadtplanungsamt, Bezirksvorsteherin Carlotta Eskilsson, Vertreter der Projektgruppe Villa Berg im Sanierungsgebiet Stöckach/Villa Berg und das mit den Planungen beauftragte Atelier Brückner. In dem Workshop, der von den Teilnehmenden als positiv und konstruktiv bewertet wurde, ging es um Fragen wie: Muss die Verwaltung komplett in die Villa? Können die Proberäume woanders hin? Und: Braucht das Projekt einen zweiten, kleinen Saal?
Dieser bisher im zweiten UG vorgesehene Saal und auch das damit verbundene Stimmzimmer berge demnach das größte Einsparpotenzial. Ohne ihn könnte das komplette zweite UG wegfallen, die Baugrube müsste nicht so tief ausgehoben werden, die unterirdische Baumasse würde deutlich geringer. Dies sei, so hieß es in der Sitzung des Bezirksbeirats am Mittwoch, der Hauptprüfantrag, mit dem die Architekten sich nach Freigabe der Mittel beschäftigen müssten.
Sparmöglichkeiten haben rechtliche Grenzen
Auf die erneut geäußerte Kritik an der Größe des Projekts und die Forderung, sich auf die aktuelle Villa zu beschränken, sagte Matthias Bertram vom Amt für Stadtplanung und Wohnen: „Mit dem Bestand kommen wir auf keinen Fall hin.” Der Platz in der heutigen Villa Berg würde auf keinen Fall ausreichen, man benötige entsprechend den heutigen Vorgaben etwa des Arbeitsrechts, des Brandschutzes oder des Gaststättenrechts mehr Treppenhäuser als Fluchtwege, Lagerfläche, eine gewisse technische Ausstattung und auch Aufzüge für die Barrierefreiheit.